Düren - „Sind überfordert“: Hans-Werner Sinn spricht auf VIV-Versammlung

„Sind überfordert“: Hans-Werner Sinn spricht auf VIV-Versammlung

Von: sj
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Dr. Hans-Werner Sinn (l.) folgte der Einladung von Dr. Stephan Kufferath nach Niederau. Foto: sj

Düren. Eurokrise, Energiewende, Migration: „Jedes einzelne Thema für sich ist fast schon eine Herkulesaufgabe“, bilanzierte Professor Dr. Hans-Werner Sinn, emeritierter Präsident des ifo-Instituts in München. Summiert seien die drei Aufgaben, denen sich Gesellschaft, Wirtschaft und Politik stellen müssten, für die Volkswirtschaft schon fast zu groß.

„Wir sind überfordert, wir werden Abstriche machen müssen“, sagte Sinn, der am Mittwochabend als Gastredner auf der Hauptversammlung der Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung (VIV) auf Schloss Burgau sprach.

„Unser Lebensstandard wird nicht sinken“, prognostizierte der Nationalökonom, „aber er wird nicht mehr so rosig sein, wie manche heute denken“. Von einer „echten Herausforderung“, Europa zusammenzuhalten, sprach auch der von den Mitgliedern frisch im Amt bestätigte VIV-Vorsitzende Dr. Stephan Kufferath. „Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um die Flüchtlinge gut zu integrieren“, forderte er mehr Mittel für die Integration – und auch mehr Abstimmung und Zusammenarbeit der staatlichen Ebenen und weniger Bürokratie.

Themen wie Infrastruktur, Energiewende und Bildung dürften nicht vernachlässigt werden. Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmer sei kein Selbstläufer. Insbesondere die duale Ausbildung sowie die gewerblich-technischen Berufe müssten gestärkt werden.

Die Lage der Unternehmen an der Rur sei insgesamt gut, die Auslastung sei „prima“, berichtete Kufferath. Dennoch steige die Unsicherheit. „Anstatt strategisch zu denken fahren wir angesichts vieler Ungewissheiten zu oft auf Sicht“, warnte Kufferath.

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