Düren/Jülich - Sind Autofahrer plötzlich vorsichtiger?

Sind Autofahrer plötzlich vorsichtiger?

Von: mv
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Deutlich weniger Bußgeldverfahren als in den Vorjahren gab es 2012 bei den Amtsgerichten Düren (Foto) und Jülich. Foto: Margret Vallot

Düren/Jülich. Erstmals haben die Richter in Düren und Jülich in diesem Jahr eine Statistik veröffentlicht. Darin wird aufgelistet, mit welchen Fällen sie es in den beiden Amtsgerichten von Düren und Jülich zu tun hatten. Dazu muss man wissen, dass das Gericht in Düren für den gesamten Südkreis von Heimbach bis Nörvenich zuständig ist, wozu natürlich auch die Stadt Düren gehört.

Im Amtsgericht Jülich ist man zuständig für Aldenhoven, Inden, Linnich, Niederzier, Titz und natürlich die Stadt Jülich selbst.

Alle Verbrechen, bei denen im Urteil mehr als vier Jahre Haft herauskommen könnten, werden in Aachen am Landgericht verhandelt, tauchen also in der hiesigen Statistik gar nicht auf. Und: Jülich hat kein Schöffengericht, die Täter, die in Jülich eigentlich vor dem Schöffengericht gelandet wären, werden in Düren verurteilt. In Jülich werden nur Delikte verhandelt, bei denen ein Einzelrichter ein Urteil fällt.

Dem Geschäftsbericht der Dürener ist zu entnehmen, dass die Bußgeldverfahren von 2010 (522) gegenüber denen von 2011 (757) eklatant angestiegen sind. Und dass diese Verfahren im Jahr 2012 wieder deutlich weniger geworden sind (491).

Wie ist das zu erklären? Hat die Polizei mal mehr, mal weniger kon-trolliert? Sind die Autofahrer 2012 vorsichtiger geworden? „Wir wissen es nicht“, sagt Ulrich Conzen, Direktor des Dürener Amtsgerichts. Auf lange Sicht gesehen „bleiben sich die Zahlen gleich“, weiß der erfahrene Richter. Es sei nun mal „ein ständiges Auf und Ab“.

Ähnliches spielt sich in Jülich ab. Dort fallen die Bußgeldsachen seit 2010 von 670 auf 415. Conzen möchte nicht spekulieren. Familiensachen (Scheidung, Sorgerecht, Unterhalt, Vaterschaftsfeststellungen, eheliches Güterrecht und ähnliches) sind im Jülicher Amtsgericht 2012 deutlich weniger eingegangen als 2010, genau 842 gegenüber 954.

Auffallend: In beiden Amtsgerichten wurden kontinuierlich weniger Kirchenaustritte verzeichnet. 2010 war bekanntlich das Jahr, als sich die Menschen bundesweit massiv von den Kirchen abwendeten. Der Trend ist in Düren klar, und auch in Jülich ähnlich.

2658 Vereine eingetragen

Weitere Zahlen, die ebenfalls genannt wurden: 2012 gab es im gesamten Kreis Düren 2658 im Vereinsregister eingetragene Vereine (gegenüber 2104 und 2643 in den Jahren 2010 und 2011).

Im Kreis Düren hat es natürlich auch Insolvenzverfahren gegeben. Die werden allerdings von den Richtern in Aachen bearbeitet und tauchen deshalb in den Statistiken der hiesigen Amtsgerichte nicht auf.

Zu guter Letzt noch die Zahlen der im Handelsregister eingetragenen Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH). 3116 verzeichnete das Amtsgericht Düren für den gesamten Kreis, in den Vorjahren waren es 2982 (in 2010) und 3052 .

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