Simonskaller Mühlengraben ist immer noch trocken

Von: cro
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Sammelt Wasser für ihre Forellen übergangsweise in einer Tonne: Nicole Schade, Inhaberin des Hotels „Talschenke“. Foto: Carsten Rose

Simonskall. Zunächst war es nur der Eigentümer der „Kremer Mühle“, Siegfried Bergsch, der sich Anfang des Jahres über den trockenen Mühlgraben in Simonskall beschwert hatte. Jetzt schaltete sich auch Nicole Schade ein: Sie ist die Inhaberin des Hotels „Talschenke“, das seit vier Generationen von dem Wasser des Mühlengrabens profitiert.

Darin werden üblicherweise die Forellen „gelagert“, bevor sie für die Gäste zubereitet werden, erklärt sie. „Der Fisch kommt quasi frisch aus der Kall, das wissen und schmecken unsere Gäste. Deswegen kommen sie ja auch zu uns“, sagt Schade weiter, die es ärgert, dass das Hotel bei den Arbeiten in der Kall „außer Acht gelassen“ werde. Hintergrund ist, dass die Kall im Sinne des Naturschutzes gut 100 Meter oberhalb des Hotels umgeleitet wurde, und aufgrund eines durchlässigen Wehres kein Wasser mehr in den Mühlengraben fließt.

Der Eigentümer dieses undichten Wehres, der Landesbetrieb Wald und Holz, äußerte in Person von Konrad Hecker (Forstamt Rureifel-Jülicher Börde) im Januar, dass „die Steine für die Reparatur“ bereitliegen und bei besserer Witterung mit den Arbeiten begonnen werde. Somit hätte der Mühlengraben eigentlich seit einigen Monaten unter Umständen wieder Wasser geführt.

Keine Aussage der Behörde

Bis heute hat sich jedoch noch nichts getan, die Steine für die Reparatur haben noch nicht den Weg ins Wehr gefunden. Auf Nachfrage teilte das Fortstamt mit, dass es sich momentan nicht zu dem Thema äußern möchte. Auch Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch (CDU) bestätigte seine Absicht von Januar, sich einklinken zu wollen, um eine zeitnahe Lösung herbeizuführen – nur seien ihm die Hände gebunden, da eben der Landesbetrieb die zuständige Behörde ist.

Fakt ist auch, dass Bergsch kein Wasserrecht besitzt. Über die nötigen Auflagen seien er und die Kreisbehörde unterschiedlicher Ansicht gewesen; und er hätte es aufgrund der im Januar angedeuteten Lösung auch nicht mehr zwingend nötig. Auch das Hotel „Talschenke“ besitzt kein Wasserrecht, so kann es offiziell auch keine Ansprüche melden. Aber Nicole Schade sagt: „Es hat schon immer so funktioniert, aber als dann die Arbeiten begonnen haben, hat keiner ans uns gedacht.“

Siegfried Bergsch unterstützt die Unternehmerin: „Es wird so viel in den Tourismus investiert, aber wenn es einmal um eine Kleinigkeit geht für einen Betrieb, der auf den Tourismus angewiesen ist, passiert nichts. So geht man nicht miteinander um.“ Damit das Hotel „Talschenke“ auch weiterhin Forellen in gewohnter Qualität anbieten könne, „müssen wir uns irgendwie selbst helfen, damit der Mühlengraben Wasser bekommt“, sagt Schade, aber das sei kein Dauerzustand.

Momentan fließt dank Eigeninitiative wieder etwas Wasser durch den Graben, was Siegfried Bergsch über Pfingsten zugute kommt: Seine „Kremer Mühle“ etwa 100 Mete unterhalb des Hotels ist Teil des Deutschen Mühlentages des Landschaftsverbandes Rheinland. Bergsch erwartet 100 bis 150 Gäste deswegen in Simonskall, die kostenlos seine Mühle besuchen können. Er habe extra dafür das Lager für die Königswelle reparieren lassen, um ihnen die intakte historische Mühle zu zeigen.

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