Simonskall wird zur düsteren Film-Kulisse

Von: Alexander Barth
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Mehr als eine Bachelorarbeit:
Mehr als eine Bachelorarbeit: Die Designstudenten (v.l.) Piotr Kochalski, Matthias Mettenbörger und Daniel Rau drehen einen Spielfilm vor der Kulisse von Simonskall. Foto: Barth

Simonskall/Düren. Wenn schon auf der ersten Etappe eines der bekanntesten TV-Raubeine sein Gesicht in den Dienst der Sache stellt, kann eigentlich kaum noch etwas schief gehen. Niemand geringeres als Schauspieler Ralf Richter wirbt für den Spielfilm „Im Winter, so schön”, mit dem drei Aachener Designstudenten mehr als nur ihre Bachelorarbeit abzuliefern gedenken.

Vielmehr wollen sie der Region als Schauplatz einer schwarzen Komödie ein filmisches Denkmal setzen. Gedreht wird etwa in Vossenack oder vor der skurrill-spannenden Kulisse von „Haus 5” im stillgelegten Teil der Forensischen Kliniken Düren.

Die meisten Außenaufnahmen werden im Eifelörtchen Simonskall gedreht - für die jungen Filmemacher ein besonderer Ort: „Er steht mit seiner Lage im tiefen Tal stellvertretend für alle einsamen Dörfer, die die Eifel eben zu bieten hat”, sagt Matthias Mettenbörger. Von ihm stammen große Teile des Drehbuchs. Mit Hilfe der immer populärer werdenden Idee des „Crowdfunding” wollen er und seine Kommilitonen Daniel Rau und Piotr Kochalski jetzt das nötige Geld zusammenbringen. Über das Internetportal startnext.de wird Geld von Unterstützern angeworben.

Längst habe das Projekt „eine ganz eigene Dynamik bekommen, die über die Pflichtaufgabe Bachelorprüfung hinaus geht”, bekräftigt Daniel Rau. Ursprünglich war ein rund 30-minütiger Streifen geplant. Dann ergab es sich, dass Schauspieler Ralf Richter zum Zugpferd der Idee eines abendfüllenden Spielfilms wurde. In einem vierminütigen Vorschau-Film - zu sehen auf Internet-Videoportalen und gedreht in einer Aachener Kneipe - wirbt der Charakterkopf für das Filmprojekt.

Richter, bekannt geworden mit „Das Boot” und als Ruhrpott-Gangster Kalle Grabowski in der Komödie „Bang Boom Bang”, animierte die Drei schließlich indirekt dazu, die Ambitionen ein ganzes Stück nach oben zu schrauben. Er selbst wird im Film die Rolle eines Fleischers übernehmen. Der Kontakt zu „Ralle” kam per Zufall zustande: „Unser Darsteller Ivan Jurcevic, der bereits mit Ralf gearbeitet hat, brachte ihn einfach zum Dreh des Kurzfilms mit”, erinnert sich Matthias Mettenbörger und lächelt. „Wir waren total überrascht. Was für ein Glück für uns.”

Für ihre Mammutaufgabe haben Mettenbörger, Kochalski und Rau gleich ein neues Genre kreiert: Eine düstere Krimikomödie mit viel schwarzem Humor, angereichert mit viel Lokalkolorit. Herausgekommen ist die Geschichte des Kleinkriminellen Erhard, der nach etlichen widrigen Umständen in einem einsamen Eifelnest untertauchen muss.

Ohne Chance auf ein Entkommen begibt er sich schließlich mit dem vorlauten Mädchen Emma auf die Suche nach dem großen Geheimnis, das das Dorf birgt. Das Drehbuch transportiert die Handlung in die winterlich-trübe Eifel, wo trotz nicht zu verleugnender Tristesse ein besonderes Flair herrsche, betont Mettenbörger. Dieses wollen sie auf die Leinwand transportieren, als Kulissse für die schräge Krimihandlung.

Im Herbst sollen die Dreharbeiten beginnen. 22 Tage sind eingeplant. Und nicht nur Geldgeber suchen die drei Studenten. Auch Maskenbildner, Beleuchter oder Kameraleute werden noch benötigt. „Wir zahlen mit Reputation, tun was für den Lebenslauf”, sagt Rau lächelnd. „Egal ob Profi oder Laie, wir sind für jede Hilfe dankbar”.

Noch bis zum 20. Juli kreist die virtuelle Sammeldose. 18 750 Euro sind veranschlagt. Nur, wenn diese Spendensumme erreicht wird, fließt das Geld. „Das meiste haben wir zusammen”, berichtet Piotr Kochalski. „Den Rest schaffen wir sicher auch noch.” Je mehr Mittel am Ende zur Verfügung stünden, desto mehr Qualität könne in den Film fließen, verspricht das Trio.

„Im Winter, so schön” - der geplante Spielfilm mit viel Lokalkolorit soll mit Mitteln des Crowdfunding realisiert werden: Auf der Internetseite http://www.startnext.de/im-winter können Filmfans noch bis zum 20. Juli ihren Wunschbetrag spenden.

Je nach Spendenhöhe gibt es Belohnungen: von Filmrequisiten bis zur Statistenrolle. Bereits ab 50 Euro taucht der Name im Abspann auf.

Der Vorschaufilm mit Schauspieler Ralf Richter findet sich auf der Webseite des Films.

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