Silvesterkonzert: In eine musische Welt voller Leichtigkeit

Von: Hannes Schmitz
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Hub Nickel, Johannes Esser und Katharina Bergrath boten in der Pfarrkirche St. Joachim besinnliche Stücke und heiter stimmende Werke. Foto: Schmitz

Düren. Die über 300 Besucher, die zum Silvesterkonzert der Cappella Villa Duria in die Pfarrkirche St. Joachim kamen, schienen geahnt zu haben, dass sie magische musikalische Momente erwarten. Noch nie war ein Jahresabschlusskonzert so gut besucht.

Eine fantastische Sängerin, ein herausragender Trompeter, ein ausgezeichneter Organist: Katharina Bergrath, Hub Nickel und Johannes Esser entführten in eine stimmungsvolle musische Welt voller Leichtigkeit, die jedem Zuhörer Zeit bot, sich selbst einen eigenen Raum zu schaffen, um die Musik in ihrer Vielfalt zu erleben und für sich zu deuten.

Eine eindringliche, fesselnde und mitreißende Mischung wurde geboten, besinnliche Stücke wechselten sich mit heiter stimmenden Werken ab und machten die Konzertstunden in der wundervollen Atmosphäre der Kirche zu einem besonderen Erlebnis.

Die Auswahl traf bestens die rheinische Stimmung „zwischen den Tagen“, schwankend zwischen Nachdenklichkeit und Fröhlichkeit, einschließlich eines Rückenschauers bei Giulio Caccinis „Ave Maria“, wundervoll gesungen von Katharina Bergrath und sensibel begleitet oder führend von Hub Nickel, Trompete, und Johannes Esser an der Klais Orgel. Perfekt aufeinander abgestimmt zeigten sie ihr meisterliches Können.

Das Publikum erlebte eine exquisite Interpretation der jungen Sängerin bei Joseph Hadyns „Benedictus“ aus der „Missa brevis“. Sie faszinierte mit ihrer glanzvollen Stimme voller Elastizität und brillierte besonders in den hohen Lagen. Ihr Können stellte die gebürtige Dürenerin, die am österreichischen Landestheater Salzburg engagiert ist, auch bei der strahlenden Sopranarie „Let The Bright Seraphim“ aus Händels „Samson“ in einer Fassung für Sopran, Orgel und Trompete unter Beweis. Ihre musikalische Sensibilität und ihre klangschöne Stimme imponierten auch bei Mozarts Motette „Exultate jubilate“ mit „Tu Virginum“ und „Halleluja“.

Der Abend begann mit einem Duo für Trompete und Orgel, das Jean-Baptiste Loeillet komponiert hatte. Und schon nach den ersten Tönen war klar, welch hohes Niveau das Konzert haben würde. Die Orgel begleitete zurückhaltend oder nachhaltig die Trompete, von der ein festlich strahlender Glanz ausging.

Hub Nickel zeigte keine Schwächen, das Zusammenspiel der Beiden berührte mit emotionaler Tiefe, wurde zu einem akustischen Erlebnis. Und wenn aus dem Duo ein Trio wurde, zeigte der Maas-trichter weiterhin seine virtuose Verspieltheit. Er war nicht nur exzellenter Solist, der bei Bachs „Air“ in höchsten Tönen jubilierte, sondern auch gewandter Begleiter und konzertierender Partner. Gleiches galt für Johannes Esser, der an der Orgel eine bestechende Leistung zeigte. Nicht nur bei Bachs „Toccata“, schon traditionell das Konzertende, sondern auch bei Max Regers „Weihnachten“, der „Konzert-Fantasie“ von Friedrich Lux oder Sigfrid Karg-Elerts Choral-Improvisationen über „Lobt Gott, Ihr Christen allzu gleich“ erwies er sich als Meister seines Fachs.

Es gab Ovationen und langanhaltenden Beifall für die Solisten, die ein außergewöhnliches Konzert boten – mit zwei wunderbaren Begebenheiten: Kurzfristig musste die Cappella Villa Duria die Besetzung ändern. Da Katharina Bergrath vor kurzem Mutter wurde und zur Zeit in ihrer Heimatstadt ist, sprang sie gerne ein, zumal sie öfters für die CVD sang, bevor sie ihre Karriere über Aachen nach Hamburg und nach Salzburg führte. Mutterglück und ein großes Glück für die Besucher, die nach der Veranstaltung auf das alte Jahr zurückblicken konnten und sich langsam aber sicher auf verhaltene oder ausgelassene Silvester-Fröhlichkeit einstellten.

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