Sievernicher Bauverein: Nach Projekten für 350.000 Euro ist nun Schluss

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
14949733.jpg
Jochen Hils vor der Marienkapelle neben der Pfarrkirche St. Johann Baptist, die der vor wenigen Wochen aufgelöste Bauverein 2005 fertiggestellt hat. Foto: Abels

Sievernich. Wenn Jochen Hils an der Pfarrkirche St. Johann Baptist vorbei zur Friedhofskapelle geht, ist sein zufriedener Blick nicht zu übersehen.

Gut 350.000 Euro hat der Sievernicher Bauverein unter seinem Vorsitz seit 2002 gesammelt und rund um die Kirche investiert, insbesondere in die 2005 fertiggestellte kleine Kapelle und die Gestaltung des Kapellenvorplatzes im Jahr 2010 für zusammen insgesamt gut 285.000 Euro, die Sanierung des denkmalgeschützten Friedhofskreuzes (2013 bis 2015) und zuletzt den Bau eines neuen Friedhofsweges mit einem behindertengerechten Aufgang zur Kirche. „Ohne die Statue ‚Maria, die Makellose‘ hätten wir das alles nie realisieren können“, betont Hils, der den Verein mit seinen Mitstreitern vor wenigen Wochen aufgelöst hat. „Unsere großen Aufgaben sind abgeschlossen.“

Blick zurück: Gegründet wurde der Bauverein im April 2002 ursprünglich mit dem Ziel, eine Trauerhalle in Sievernich zu errichten. Es war die Zeit, in der der beschauliche Ort überregional für Schlagzeilen sorgte. Zwischen 2000 und 2005 soll die Gottesmutter der Dürenerin Manuela S. regelmäßig am ersten Montag im Monat in der örtlichen Pfarrkirche als „Maria, die Makellose“ erschienen sein und ihr unter anderem aufgetragen haben, auf Basis der Erscheinungen eine Lindenholzstatue der Muttergottes anfertigen zu lassen. Manuela S. bot die Statue dem Bauverein an, der sich daraufhin entschloss, statt der Trauerhalle eine Kapelle zu errichten.

Obwohl die Erscheinungen von offizieller Kirchenseite nie bestätigt oder anerkannt wurden, wurde der 420-Seelen-Ort schnell zur Pilgerstätte. Tausende strömten in den ersten Jahren immer montags in den kleinen Ort an der Kreisgrenze, selbst aus Polen und Russland kamen Gläubige, um vor der Statue zu beten. Bis heute hält die Marienverehrung in Sievernich an.

Aktivitäten des Bauvereins

Es sind zwar nicht mehr Tausende, aber immer noch einige Hundert Gläubige, die zu den Gebetstreffen kommen und mit Spenden und dem Kauf von Devotionalien – Hils hat nach eigenen Angaben allein mit dem Verkauf von Postkarten, Rosenkränzen, Büchern und anderen Artikeln im Laufe der Jahre rund 70.000 Euro erlöst – ganz maßgeblich die Aktivitäten des Bauvereins finanziert haben, vom großen ehrenamtlichen Engagement der Vereinsmitglieder einmal abgesehen. „Dazu kamen Spenden der Victor-Rolff-Stiftung und der Sparkasse Düren“, erklärt Hils.

„Auch die Gemeinde Vettweiß steuerte 23.000 Euro bei.“ In diesem Zusammenhang dankt Hils insbesondere dem früheren Bürgermeister Josef Kranz für seine Unterstützung, gab es doch auch immer mal wieder Widerstände auszuräumen, wie bei der Anlage des Kapellenvorplatzes.

Zuletzt ermöglichte der Bauverein noch den Bau eines behindertengerechten Zugangs zur Pfarrkirche, der gehbehinderten Gläubigen den Weg in die Kirche erleichtert. Danach wurde der verein aufgelöst. Das heißt aber nicht, dass Jochen Hils nun untätig ist. Der 68-Jährige kümmert sich weiter ehrenamtlich um die Pflege der Kapelle und beäugt mit kritischem Auge den Umgang mit den Investitionen des Bauvereins, die er in einem 120-seitigen Bildband dokumentiert hat.

Wer mehr zur Marienverehrung und den Gebetstreffen in Sievernich erfahren möchte, kann sich an den Förderverein Gebets- und Begegnungsstätte Sievernich wenden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert