Sicherheitstraining: Erst üben, dann in die Kurven legen

Von: Axel Keldenich
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Das Damentrio Dagmar Vieth, Christine Esser und Dagmar Pein (v. r.) bereitete sich auf die Motorradsaison vor. Foto: Axel Keldenich

Düren. Wie früher im Märzen der Bauer sein Rösslein einspannte, machen heute im April die Biker ihre Böcke klar und raus geht’s in die Eifel. Nicht selten endet dann gleich der erste Ausflug in der Unfallambulanz eines Krankenhauses und im Polizeibericht. So hatte sich vergangene Woche ein Niederländer nach einem Fahrfehler das Becken gebrochen.

Häufige Ursache: Das Überschätzen der eigenen Fahrkunst. Dem lässt sich vorbeugen: In Zusammenarbeit mit drei Fahrlehrern bietet die Dürener Polizei unter dem Motto „Sicherheit auf zwei Rädern“ bereits seit 2001 jedes Jahr fünf Eintages-Kurse für Anfänger, Wiedereinsteiger und Wenigfahrer an.

Frauen fahren vorsichtiger

Dieses in Nordrhein-Westfalen einmalige Seminar hat sich rundgesprochen und so trugen die Maschinen der 13 Teilnehmer zum Auftakt Kennzeichen aus Düren, Viersen, Heinsberg, Köln und Aachen. Einer fehlte übrigens: Dem Pechvogel hatte man tags zuvor sein Motorrad gestohlen.

Mit dabei waren auch drei Damen, zwei solo, eine mit ihrem Partner. „Ich mache den Kurs jetzt zum dritten Mal mit, weil es nach dem Winter immer gut ist, die wichtigen Dinge noch einmal zu üben“, sagte Dagmar Pein. Sie, Dagmar Vieth und Christine Esser fuhren beileibe nicht die kleinsten Maschinen.

Von den Instruktoren bekamen die Damen ein Lob, das diese ganz allgemein sämtlichen weiblichen Teilnehmerinnen aussprechen: „Sie gehen die Dinge grundsätzlich etwas vorsichtiger und mitunter vernünftiger an.“

Bevor die Damen und die Herren in die Sättel stiegen, war zunächst einmal Theorie angesagt. Fahrlehrer Dieter Gnichtel, der im Wechsel mit zwei Kollegen im Einsatz ist, und die beiden Polizeihauptkommissare Ulrich Braun und Walter Kurth machten die Teilnehmer mit den wichtigsten Informationen bekannt.

„Was viele nicht beherrschen, ist die Kunst des Bremsens“, weiß Kurth, der seit Beginn der Aktion immer dabei war. „Erst mit dem Vorderrad anbremsen und Druck aufbauen, ehe man eine Vollbremsung angeht“, ist seine Devise. Muss Letztere dann doch einmal gemacht werden, merken die Schüler, dass auch das besser immer wieder geübt wird, damit nicht neben dem Know-how auch noch der Mumm fehlt. Und auch die Unterschiede beim Bremsen mit und ohne ABS wollen gelernt sein.

„Zweiter wichtiger Punkt ist der vorausschauende Blick“, erläutert Dieter Gnichtel später beim Slalomtraining auf abgesperrtem Gelände noch einmal. Die richtige Schräglage bei der Kurvenfahrt ergänzt die Top-Drei-Themen. Wobei wichtige Voraussetzungen schon vor der Fahrt geschaffen werden. „Bei der richtigen Kleidung gibt es heute nur noch selten Probleme“, lobt Walter Kurth. „99,9 Prozent der Kursteilnehmer machen alles richtig.“

Allerdings erschien auch mal einer im Trainingsanzug. Den haben wir gleich zum Umziehen geschickt“, schmunzelt er. Wie die Kleidung muss aber auch das Motorrad zum Piloten passen. Noch einmal Kurth: „Mitunter merken wir, dass ein Fahrer mit seiner Maschine bei allem Training überfordert ist. Dann raten wir ihm in aller Freundschaft, sich vielleicht nach einem anderen Modell umzusehen.“

Kritische Kurven zweimal fahren

Sind alle theoretischen und praktischen Tipps an den Mann und die Frau gebracht, folgt in den Seminaren Teil drei des Tages, den alle längst erwarten: die Ausfahrt an den Obersee der Rurtalsperre. Jeder der drei Trainer führt unterwegs eine kleine Gruppe an, beobachtet die Fahrer und gibt bei Zwischenstopps Tipps. Mitunter wird dann eine kritische Kurve noch einmal angefahren oder man nimmt das gewonnene Wissen mit auf den restlichen Weg.

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