Düren - Sicherheit in Düren: Vor allem abends Angst

Sicherheit in Düren: Vor allem abends Angst

Von: Jörg Abels
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Braucht die Stadt Düren nach Vorbild der Stadt Düsseldorf (Bild) zusätzliche Ordnungs- und Servicekräfte? Die DZ-Leser meinen Ja.

Düren. Braucht die Stadt Düren mehr Ordnungskräfte? „Düren braucht definitiv mehr Sicherheit“, stellt Maximilian Koppenberg im DZ-Internetforum „Düre-ner Meinung“ fest. Und mit dieser Meinung ist er nicht alleine. „Hier wimmelt es von kriminellen Gruppierungen wie den Hells Angels und Bandidos. Drogen bekommt man mittlerweile an jeder Ecke zu kaufen, in den Parks tummeln sich Obdachlose und Junkies“, berichtet Tamara Asami.

Es könne doch nicht sein, dass die Bürger Orte wie den Bahnhof, den Adenauerpark und den Kaiserplatz besonders in den Abendstunden meiden, um kriminellen Übergriffen aus dem Weg zu gehen, fährt Maximilian Koppenberg fort.

„Als älterer Mitbürger kann man sich in den Abendstunden nicht mehr in der Stadt aufhalten. Überall lungern zwielichtige Gestalten umher, die älteren Bürgern Angst machen. Für Frauen und junge Mädchen ist es noch schlimmer“, stellt Bernd Wenzel fest. „Wir gehen zum Beispiel seit Jahren freitags immer zu Bekannten in die Südstadt. Da kommen wir am Adenauerpark vorbei und haben dabei kein gutes Gefühl. Ich habe – auch bei schönstem Wetter – immer einen ziemlich großen und stabilen Schirm dabei, um mich und meine Frau gegebenenfalls zu verteidigen. In der dunklen Jahreszeit gehen wir erst gar nicht zu Fuß, sondern fahren mit dem Auto.“

Die 21-jährige Luisa Agetehn fühlt sich in den Abendstunden insbesondere am Bahnhof und an der Unterführung zwischen Stadtcenter und Stadttheater sehr unwohl. Auch sie spricht von zwielichtigen Gestalten, „vor denen man als Frau Angst haben kann. Selbst bessere Beleuchtung schafft diesem Gefühl keine Abhilfe.“ Und Roswitha Halstein ergänzt: „Ich persönlich habe oft ein mulmiges Gefühl, wenn mein behinderter Sohn am späteren Abend alleine aus der Innenstadt über die wenig belebte Schenkelstraße/Tivolistraße zu seiner Wohnung ins Lebenshilfehaus Hämmerchensgässchen geht.“

Ein Sicherheitsdienst mit genügend Kompetenz würde schon allein visuell ein Gefühl von mehr Sicherheit geben, sind Luisa Agetehn, Roswitha Halstein und Dieter Schroeder überzeugt. Und auch zum Thema Sauberkeit hat er eine klare Meinung: „Erschreckend“.

Das „Übel bei der Wurzel packen“ fordert Karl-Heinz Bardenheuer und nimmt die Junkies und Kiffer ins Visier, „die ungeniert an bestimmten Punkten in der Stadt ihre Ware anbieten und konsumieren“. Er wirft auch das Thema Beschaffungskriminalität auf und fordert, dass geschulte Ordnungskräfte antreten, um Überfälle und Handtauschenraube zu verhindern.

Dass die Stadt nicht nur Ordnungskräfte brauche, die sich um Parksünder kümmern, fordert auch Günter Gajewski. Er denkt dabei aber aber vor allem an die Einhaltung der Maulkorbpflicht. „Mit schöner Regelmäßigkeit spaziert jeden Samstag ein Mastino Napoletano durch die Fußgängerzone, der von unseren Ordnungskräften nach Kräften übersehen wird“, berichtet Gajewski und geht noch einen Schritt weiter: „Dies gilt auch für die zunehmende Wegwerfmentalität vorrangig bei Jugendlichen.“

Mehr Körperverletzungen

Soweit ein Überblick über die ersten subjektiven Eindrücke unserer Leser. Was aber sagen die Zahlen der Polizei aus? Die Kriminalitätsstatistik weist für das Jahr 2012 insgesamt 1091 Straftaten für den Bereich Düren-Innenstadt aus. Das ist ein Rückgang von 8,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011. Das Minus geht aber in erster Linie auf eine geringere Zahl von Diebstählen (-12,7 Prozent) und Vermögensdelikten wie Betrug (-19 Prozent) zurück. Auch die Zahl der Rauschgiftdelikte hat sich in 2012 gegenüber dem Vorjahr halbiert, von 30 auf 15.

Ganz unrecht aber haben die Leser mit ihrem mulmigen Gefühl dennoch nicht. Die Zahl der Körperverletzungen ist 2012 um 16,3 Prozent gestiegen, die auf Straßen und Wegen mit 27 (2011: 26) nahezu konstant. Die Zahl der Raubüberfälle ist insgesamt von 182 auf 206 gestiegen, die Zahl der Fälle auf Plätzen und Wegen hat sich von vier auf acht verdoppelt.

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