Shisharauchen liegt in Düren im Trend

Von: Laura Laermann
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shisha bar
Shisharauchen liegt im Trend: In Düren gibt es sechs Bars, die vor allem von jungen Leuten besucht werden.

Düren. Süßer schwerer Rauch liegt in der warmen Nachmittagsluft. Für einige Sekunden zieht eine junge Frau an einer Wasserpfeife, dann atmet sie eine weiße Wolke gleichmäßig aus. Gemeinsam mit ihren Freunden sitzt Vanessa Metzen in der Shishabar „Arabesk“ in Düren. Die Wasserpfeife, auch Shisha genannt, geht reihum, während sie sich unterhalten und Cocktails trinken.

„Für uns ist das hier ein Treffpunkt geworden“, sagt die Vettweißerin. „So wie manche etwas trinken gehen, treffen wir uns zum Shisharauchen.“

Dass sie damit nicht die Einzigen sind, zeigen die sechs Shishabars, die seit 2011 in Düren existieren. Trotz der Konkurrenz kann Sohel Keshtkari, Geschäftsführer der Arabesk Düren Lounge, nicht über zu wenig Kundschaft klagen: „Viele kommen hierher, um das Shisharauchen auszuprobieren.“ Auch Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass der Absatz des Pfeifentabaks, zu dem auch Shishatabak gehört, steigt.

Richtiger Tabak, der auch Nikotin enthält, darf nach dem Nichtraucherschutzgesetz von 2007 aber nur in Außenbereichen konsumiert werden. „Für viele Shishabars war das zunächst ein großes Problem, da ihnen damit die Existenzgrundlage genommen wurde“, erklärt Johannes Rothkranz vom Ordnungsamt Düren. Mittlerweile nutzen die meisten Betreiber der Shishabars stattdessen Dampfsteine oder pflanzliche Produkte, die der feuchten Tabak-Konsistenz sehr ähneln, aber nikotinfrei sind. Dennoch beschlagnahmte das Ordnungsamt bei einer Kontrolle im vergangenen Jahr mehrere Kilo Tabak.

Dabei sind sich die tabakfreien Produkte und echter Tabak geschmacklich sehr ähnlich. „Die meisten rauchen nur gelegentlich Shisha, sie merken den Unterschied nicht“, erklärt Keshtkari. Beide Varianten enthalten verschiedene Aromen, die die Geschmacksrichtung vorgeben. Zitrone, Erdbeere, Wassermelone, Pfefferminz, Cappuccino – fast alles ist möglich. Auch deshalb wird die Wasserpfeife immer beliebter. „Zigaretten schmecken mir nicht“, sagt Vanessa Metzen. „Bei einer Shisha kann ich den Geschmack individuell bestimmen und zwischen leichteren und stärkeren Varianten wählen.“

Zudem habe sich die Qualität im Laufe der Jahre deutlich verbessert, sagt Keshtkari. Kratzen im Hals oder Schwindelgefühle seien die Ausnahme. Dennoch bleiben auch die Tabakalternativen bei Gesundheitsexperten umstritten. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) werden während des Verbrennungsprozesses krebserregende Stoffe, die in den Kräutermischungen oder Dampfsteinen enthalten sind, freigesetzt.

Deutlich gesundheitsgefährdender ist allerdings klassischer Sishatabak. Er enthält die gleichen Inhaltsstoffe wie Zigarettentabak. Das BfR schätzt die Gefährdung eines Rauchers, der zwei bis drei Tabakköpfe am Tag raucht, ähnlich hoch ein wie die eines Rauchers, der 20 bis 30 Zigaretten am Tag konsumiert.  
Die weit verbreitete Annahme, dass Shisharauchen unbedenklich ist, bleibt also ein Mythos. Doch genauso begegnen den Besitzern der Bars auch ganz andere Vorurteile: „Es gibt Leute, die glauben, dass in Shishabars Drogen konsumiert werden“, sagt Keshtkari. „Bevor man verurteilt, sollte man sich informieren oder es selbst mal ausprobieren.“ Generell wünscht er sich mehr Offenheit und Akzeptanz der Gesellschaft gegenüber der alten Kultur.

Zeitweise galt die Shisha als Rauchgerät alter Männer, wurde aber zuletzt vor allem in der jungen Generation wieder beliebt – für Düren ist das manchmal ein Problem: „Es gibt immer wieder mal Beschwerden von Anwohnern, dass es zu laut ist. Das liegt aber nicht an den Bars selbst, sondern an ihrem Publikum“, sagt Rothkranz vom Ordnungsamt. „Denn Shishabars sind vor allem Treffpunkte junger Leute, die ihren Alkoholkonsum zum Teil noch nicht kontrollieren können.“ Wenn die Gäste sich in der Arabesk Lounge daneben benehmen, weil sie etwa zu betrunken sind, müssen sie die Bar verlassen.

Doch das sei eher selten der Fall, sagt Keshtkari. „Hier kommen junge und alte Leute verschiedener Kulturen hin, um friedlich bei einer Pfeife neue Leute kennenzulernen.“

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