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Shisha-Bar-Prozess: Fast zwei Jahre Haft für David K.

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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In dieser Bar fielen die Schüsse, die David K. nun für fast zwei Jahre hinter Gitter bringen. Foto: ja

Aachen/Düren. In einer Gaststätte mit einer Pistole herumzuballern - das hat dem Schwurgericht zwar nicht gefallen. Doch von der „versuchten Tötung“, die im Fall der Schießerei in der Dürener Shisha-Bar angeklagt war, blieb nicht viel übrig. Der angeklagte David K. wurde wegen unerlaubten Waffen- und Munitionsbesitzes zu 22 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

Der 25-jährige Dürener kann von Glück sagen, dass die Kammer unter Vorsitz von Richter Arno Bormann seiner Schilderung der Dinge folgte und eine erhebliche Mitschuld den Akteuren gab, die an diesem Abend dem Angeklagten Schläge und sonstiges Ungemach angedroht hatten.

„In bestimmten Kreisen gibt es auch in Düren anscheinend keine Hemmschwelle mehr“, wurde Bormann deutlich, „bei Streitigkeiten in der Öffentlichkeit Schusswaffen oder Messer einzusetzen.“ So sei der Angeklagte als Reaktion auf das Auftauchen einer ganzen „mit Dönermessern und Baseballschlägern“ bewaffneten Gruppe vor seiner eigenen Wohnungstüre am 4. März 2015 gegen 22.40 Uhr zu der Shisha-Bar an der Oberstraße gefahren und habe dort zuerst in die Decke und dann zweimal in einen Fernseher geschossen.

„Wir gehen davon aus, dass K. hier keine Tötungsabsicht hatte“, stellte die Kammer fest. Denn der Verursacher des „Stresses“ war da gar nicht mehr in der Shisha-Bar. Der Streit war entbrannt, weil die Freundin eines Shisha-Stammgastes ihre Streitigkeiten mit dem Angeklagten in die Hände ihres Gefährten gelegt hatte.

Danach ging die Gewaltspirale los. Der Angeklagte K. machte 120 Euro aus Geschäften mit Trainingsbekleidung bei der Frau geltend, sie behauptete aber, er habe ihr zwei Markenanzüge „geschenkt“. Das sah K. ganz anders und forderte das Geld ein.

Dann solle er doch am frühen Abend des 4. März zu der besagten Shisha-Bar kommen, hatte sie ihm gesimst. Das tat K. dann auch und stieß bereits dort auf den mit einem Messer bewaffneten Freund der jungen Dame und weiteren Akteuren. K. bekam 50 Euro und ihm wurden Schläge angedroht. Später eskalierte das Ganze.

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