Kreis Düren - Severin von Eckardstein spielt Mendelssohn und Beethoven

Severin von Eckardstein spielt Mendelssohn und Beethoven

Von: bel
Letzte Aktualisierung:
4897184.jpg
Severin von Eckardstein spielte im Rahmen der Industriekonzerte im Haus der Stadt ein technisch brillantes Konzert. Foto: bel

Kreis Düren. Severin von Eckardstein hatte für das Industriekonzert der Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung (VIV) im Dürener Haus der Stadt anspruchsvolle Kompositionen im Gepäck: Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy, Leo Ornstein, Nikolai Medtner und Alexander Scrjabin – ein Querschnitt durch drei Jahrhunderte.

Am Anfang zelebrierte der Pianist Mendelssohns „Sechs Lieder ohne Worte“, op. 53. Der Komponist selbst hatte zu diesem Werk die Anmerkung – sinngemäß – gemacht, dass bisweilen zu viel über Musik gesprochen und wenig ausgesagt werde. Deshalb gab er den sechs Liedern keinen Titel. Mendelssohn überließ dem Hörer die Freiheit, sich bei seiner Musik Worte auszudenken.

Geprägt von der Romantik kamen die zur Meditation einladenden Melodien daher. Die Spannung steckte in der Zurückhaltung. Bis dann, wie sollte es anders sein, der Flügel beinahe explodierte und die Emotionen nach außen drängten. Es waren stille Träumereien im Wechsel mit virtuos präsentierter Dynamik. Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier Nr. 21 C-Dur op. 53, besser bekannt als „Waldstein-Sonate“, war für viele Zuhörer im Haus der Stadt ein Ohrwurm.

Durch die Interpretation Severin von Eckardsteins gewann die Sonate neues Leben. Der Pianist bewältigte die oft schwierigen Passagen, wechselte von langsamen zu schnellen Teilen, überbrückte elegant Brüche und arbeitete andere Brüche, wie vom Komponisten gewollt, scharf heraus. Zunächst wirkte das Thema sanft lyrisch, um dann zur schaurigen Ballade zu mutieren.

Die „Impressions of the Thames“ von Leo Ornstein entführten die Besucher in eine Welt der zeitgenössischen Musik. Sie verlangten von dem Künstler auf der Klavierbank viel Empathie. Aber auch die Zuhörer mussten ihr Gehör auf Dissonanzen umstellen. Es folgten Nikolai Medtners „Sonate für Klavier Nr. 12 b-Moll op. 53, die „Sonata romantica“, die ihrem Namen alle Ehre machte. Hier konnte von Eckardstein alle Register romantisch geprägter Musik ziehen. Diesen Klangrausch werden die Besucher wohl nicht so schnell vergessen.

Der würdige Abschluss war der „Sonate für Klavier Nr. 5 Fis-Dur op. 53“ von Alexander Scrjabin vorbehalten. Gedanken aus dem Programmheft vermitteln einen Eindruck der Komposition: In der Tradition Chopins, Schumanns, Wagners und Liszts entstand ein Kunstwerk, in dem Wort, Ton, Farben, Düfte, Berührungen, Tanz und Architektur durch Musik vereinigt werden. Severin von Eckardstein sagen die Experten eine große Zukunft voraus. Er spielte perfekt und technisch brillant.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert