Sepp Herberger, der 1. FC Köln und Mutters Pralinen

Von: Fred Schröder
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Plauderten aus dem Nähkästchen: Dürens Ex-Nationalspieler Georg Stollenwerk (rechts) und Torwart-Legende Fritz Herkenrath. In der Mitte Moderator Rolf Terkatz. Foto: Schröder

Düren. Da verschlug es dem Dürener Fußball-Idol Georg Stollenwerk die Sprache: Sein alter Kumpel Fritz Herkenrath, Torwart der Deutschen Nationalmannschaft 1958 bei der WM in Schweden und dort Stollenwerks Mannschaftskamerad, kam als Überraschungsgast zur Premiere der Veranstaltungsreihe „Dürener auf der Couch” ins Stadtmuseum.

Eingefädelt hatte den Herkenrath-Besuch Rolf Terkatz. Der frühere 99er-Handballer hatte bei Herkenrath sein Lehrerexamen gemacht. Terkatz war es auch, der diesen Abend mit den beiden Fußballgrößen vergangener Tage moderierte.

Um es vorweg zu nehmen: Die rund 80 Besucher im Saal des Stadtmuseums an der Arnoldsweiler Straße erlebten einen kurzweiligen Abend; die beiden Alt-Internationalen plauderten munter drauf los - und auch aus dem Nähkästchen. So zum Beispiel, als Schorsch Stollenwerk erzählte, wie die „Spione” aus Köln und Düsseldorf die Liebe seiner Mutter für Pralinen ausnutzten. So wollten sie einen Wechsel des Fußballtalents von der Rur an den Rhein beschleunigen. Doch diese Liebesmüh war (zunächst) vergeblich. „Ich bin zuerst Amateur geblieben, damit ich mit zur Olympiade nach Helsinki konnte.”

Dann wechselte er 1953 doch zum 1. FC Köln. Eine Entscheidung mit Folgen. Denn Bundestrainer Sepp Herberger hätte Schorsch gerne beim 1. FC Kaiserslautern gesehen; bildeten doch die Pfälzer Fußballer damals das Gerippe der Weltmeister-Elf von 1954. „Herberger hat mich bis 1955 links liegen lassen”, erinnert sich Stollenwerk. „Dennoch habe ich den Wechsel nach Köln nie bereut.”

Wie streng der Deutsche Fußballbund damals mit seinen Spielern umging, weiß auch Fritz Herkenrath zu berichten. Er wechselte vom Kölner Vorstadtverein Preußen Dellbrück nach einem kurzen Gastspiel beim 1. FC Köln zu Rot-Weiß Essen mit dem Ergebnis, „dass der DFB mich schriftlich wissen ließ, die Vereinswechsler seien nicht erwünscht”. So musste auch Fritz Herkenrath bis zur 58er-WM in Schweden warten, um seine internationale Klasse beweisen zu können. Zwei Tage nach Ende der WM in Südafrika war sie natürlich auch ein Thema. Stollenwerk und Herkenrath sind sich einig: „Die junge deutsche Mannschaft hat ein tolles Turnier gespielt.”

Nach dem gelungen Auftakt ist der Trägerverein Stadtmuseum fest entschlossen, die Reihe fortzusetzen. Bernd Hahne: „Hier sollen Dürener zu Wort kommen, die etwas zu erzählen haben.” So wie Schorsch Stollenwerk.
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