Senkrechtstarter Malte Sonnenfeld stellt im Dürener Tor aus

Von: Bruno Elberfeld
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Gib mir die Faust: Malte Sonnenfeld stellt seine Interpretation von Umberto Ecos Roman „Das Foucaultsche Pendel“ vor. Foto: Bruno Elberfeld

Nideggen. Malte Sonnenfeld, Moderator und Sprecher, im Dürener Tor in Nideggen mit seinen Acrylbildern unterwegs, konnte die drei Wörter „Neo, Pop, Art“ – wie aus der Pistole geschossen – erklären. „Neo“ bedeutet für ihn Fortschritt und Weiterentwicklung. „Pop“ bezeichnet die bunten Farben, oft flächig aufgetragen. „Art“ ist für den Maler die Einzigartigkeit, das Einfallsreiche und das Geheimnisvolle.

In Acryl oder einem Mixed, auf Leinwand und Papier, hängen, manchmal etwas verloren auf den großen Flächen, seine klein- bis großformatigen Werke an den Wänden des altehrwürdigen Stadttores in Nideggen und erzählen Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart, oft in einer überraschenden Kombination, wenn er beispielsweise den Schriftsteller Karl May zurzeit der Kirschblüte in Japans Hauptstadt Tokyo auftreten lässt.

Den Kopf von Vincent Leonardo Price, US-amerikanischer Schauspieler und Autor, berühmt-berüchtigt durch seine Rollen in Horrorfilmen, platziert Sonnenfeld vor die bedrohlichen Türme der Deutschen Bank in Frankfurt. Der Betrachter wird eingebunden in das Verhältnis Sonnenfelds zwischen in die Schlagzeilen gekommene Kreditinstituten und Gruselfilmen, die einem Gänsehaut machen.

„Lone Ranger“, ein Westernfilm aus den USA, der Einsamkeit und Einsatz eines Texas Rangers zum Thema hat, hat Malte Sonnenfeld ebenfalls als Modell gedient. In einer Mischung aus Straßenkunst und Comic erzählt der Maler die Geschichte des einsamen Wolfes auf seine Weise.

Doch auch andere, vielleicht bekanntere Gestalten, zieren die Gemälde Sonnenfelds. Hans Albers mit Schiffermütze und Schifferklavier. Sein Mund wird von einem rotweißen Tuch verhüllt. Frage: Wie haben Künstler wie Albers und Zeitgenossen die Nazi-Zeit ohne nachweisliche Beeinträchtigungen überstanden? Durch Stummheit? Und dann ist da noch Eddy Konstantin. Er wartet in der „Raststätte Alpha“ vergeblich auf eine Tasse Tee.

Deutlich zu erkennen eine Hommage an Umberto Eco und seine Werke. Vor dem abstrakten Hintergrund die Risszeichnung des „Foucaultschen Pendels“, Titel des Romans, den Eco 1988 veröffentlichte.

Malte Sonnenfeld findet seine Motive im Film, Fernsehen und natürlich dem aktuellen Alltagsgeschehen. Die Themen bringt er in Zusammenhänge, erzählt seine Version von der Welt und lässt den Betrachter mit raten, welche Botschaften hinter den Formen und Farben stecken.

„Kulturphilosophische Schätze“

„Jeder Künstler muss ein bisschen Vogel haben und aus der Reihe tanzen“, glaubt Malte Sonnenfeld. Er malt – so seine Aussage – weil er „es kann“. Den Besucher seiner Ausstellungen möchte er „zum Komplizen seiner eigenen Vergangenheit machen“. „Man muss sich als Künstler darauf einlassen, kulturphilosophische Schätze zu heben“, verrät er den intellektuellen Aspekt seines Tuns.

Anstelle einer Laudatio stellte sich Malte Sonnenfeld mit einem launigen Bericht über sein Leben und seine Arbeit vor. Paul Jacob begrüßte in Stellvertretung von Muna Götze, der Vorsitzenden des „Kunst- und Museumsvereins Nideggen“, die Gäste. Die Bilderschau geht bis zum 17. Juli 2016. Und können mittwochs von 14 bis 18 Uhr, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr im Dürener Tor bewundert werden.

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