Düren - Seniorenzentrum: Gürzenicher Anwohner glauben an Manipulation

Seniorenzentrum: Gürzenicher Anwohner glauben an Manipulation

Von: inla
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Noch liegt das knapp 12.000 Quadratmeter große Grundstück in Gürzenich brach. Dort, wo früher ein Sägewerk stand, soll ein Seniorenzentrum errichtet werden. Bürger haben aber Bedenken. Foto: Ingo Latotzki
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Die BI-Sprecher Gereon Bründt und Herwig Zilken (re.). Foto: Ingo Latotzki

Düren. Eigentlich hätten längst Bagger und Kräne das Straßenbild prägen sollen. Passiert ist in Gürzenich bisher aber nichts. Das Grundstück, auf dem einst ein Sägewerk betrieben wurde, liegt weiter brach. Noch haben die Arbeiten für das „Am Wingert“ geplante Seniorenquartier nicht begonnen.

Dabei sollten die ersten Bewohner im Frühjahr 2018 eigentlich schon einziehen. So hatte es Investor Raoul Pöhler, Geschäftsführer der Gut Köttenich-Gruppe, vor circa einem Jahr gesagt.

Das Projekt wird nächste Woche im Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Düren Thema sein. Die Arbeiten dürften sich auch verzögert haben, weil noch einige Fragen zu klären sind, die eine Bürgerinitiative (BI), bestehend aus Anwohnern, aufgeworfen hat. Gereon Bründt ist einer der Sprecher dieser BI. Wie schon vor einem Jahr betont er, dass er „nichts gegen das Projekt an sich hat“.

Gebaut werden soll ein Haus mit 80 stationären Pflegeplätzen, das zur Straße „Am Wingert“ hin und damit gegenüber der jetzigen Bebauung seinen Platz findet. Zudem sind zehn Bungalows und ein Gebäude, in dem betreutes Wohnen möglich ist, geplant. Insgesamt sollen 25 Millionen Euro investiert werden.

Hoch belastet

All das findet die BI eigenem Bekunden nach nicht verkehrt, sie findet aber, dass das Projekt zu groß dimensioniert und die Parkplatzsituation immer noch nicht befriedigend gelöst sei. Schon jetzt sei der „Wingert“ hoch belastet. Ein Verkehrsgutachten hat ergeben, dass pro Tag 2150 Autos durch die Straße fahren, wenn das Seniorenquartier steht, sollen es 2350 sein, 200 mehr also.

Die BI schlägt vor, dass das Hauptgebäude einige Meter weiter nach hinten gebaut wird, damit Platz ist für neue Parkplätze, die von Anwohnern genutzt werden sollen. Vorgesehen sind vor dem Haus bisher einige Parkplätze, allerdings für Kurzzeitparker, sagt Marcus Steffens, Stadtplaner im Rathaus Düren.

Ein weiterer Kritikpunkt der BI klingt massiver. Gereon Bründt spricht von „bewusster Manipulation“, weil in den Bauplänen die Höhe der Wohnhäuser gegenüber dem noch zu bauenden Seniorenkomplex zu groß eingezeichnet sei. Damit werde heruntergespielt, wie stark die Anwohner durch den Neubau beeinträchtigt würden, etwa durch künftig „fehlende Sonneneinstrahlung“, sagt Herwig Zilken, ebenso BI-Sprecher.

Die Stadt will nun prüfen, ob der Vorwurf gerechtfertigt ist. Dass „irgendetwas bewusst manipuliert“ sei, weist Stadtplaner Steffens weit von sich. Das Rathaus strebe wie immer bei solchen Verfahren einen Interessensausgleich an. Das obere Staffelgeschoss wurde auf Wunsch der BI schon weiter zurückgebaut und sei von der Straße aus kaum wahrnehmbar.

Die BI sieht das anders. Eben dieses Geschoss sei immer größer geworden. Jetzt seien 13 Wohnungen nicht zweckgebunden. Sie könnten von jedem genutzt werden. Wenn sie nicht für Senioren gebraucht würden, bräuchte man doch kein zusätzliches Geschoss, das das Gebäude weiter überdimensioniere, so die BI.

Noch sind also Fragen offen. Ob die BI im Stadtentwicklungsausschuss ein Rederecht erhält, sei noch offen, sagt der Vorsitzende, Thomas Floßdorf. Die BI habe sich bereits ausführlich geäußert. Er werde die Sachlage „in Ruhe betrachten“, so Floßdorf.

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