Senioren spucken eifrig in die Hände

Von: dama
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Für jeden Geschmack etwas: In
Für jeden Geschmack etwas: In der neuen Seniorenbegegnungsstätte werden die verschiedensten Freizeitaktivitäten angeboten. Wie man sieht, haben die Senioren viel Spaß Foto: Martinak

Merzenich. Ungewohntes Werkzeug hielten die Merzenicher Senioren anderthalb Jahre beinahe täglich in den Händen. Einen Beamten wie Hartmut Schnitzler sieht man schließlich nicht alle Tage mit Bohrer, Zollstock und Farbeimer „bewaffnet”. Und auch Udo Franz und Severin Servos sitzen normalerweise hinter den Schreibtischen.

Die drei Merzenicher haben sich mit Peter Fefers und Norbert Ross dem Bauleiterposten angenommen. „Tatsächlich hat aber jeder von uns mitbestimmt”, klären die fünf Senioren auf. Seit 2010 wurde im Steinweg 21 gehämmert und gepinselt, was das Zeug hielt. Die Seniorengruppe 55 plus hat eine Begegnungsstätte errichtet. Jetzt wurde diese offiziell eingeweiht.

„Das Haus im Steinweg wurde von RWE mietfrei zur Verfügung gestellt. Andere hätten es vielleicht einfach abgerissen, aber was unsere Senioren daraus gemacht haben, ist schon Wahnsinn”, findet Bürgermeister Peter Harzheim. Schnell wurde sich die Gemeinde nämlich einig, das Gebäude in eine Seniorenbegegnungsstätte zu verwandeln. Nachdem eine neue Elektroheizung installiert und die Beseitigung tektonischer Schäden vorgenommen worden war, ermöglichte der Energiekonzern außerdem noch einen Durchbruch, um die Aufenthaltsräume größer gestalten zu können.

Und dann kamen die Senioren ins Spiel. Werkzeugkästen in den Händen und Maleranzug übergestreift, machten sie sich an die Arbeit. In Eigenleistung verlegten sie im dreistöckigen Haus neue Unterkonstruktionen und Fußböden. Alle Malerarbeiten, die Erneuerung der beiden Toiletten einschließlich Sanitär- und Fließarbeiten wurden von ihnen bewerkstelligt. Nicht zuletzt wurde vom Senioren-Bautrupp die Küche komplett um- und aufgebaut sowie die Terrassentüre und die Fenster erneuert.

„Es war sehr viel Arbeit. Wir haben so manches Mal in die Hände gespuckt. Aber ich muss zugeben, es hat auch Spaß gemacht und hat die Gemeinschaft gestärkt”, erklärt Hartmut Schnitzler. Zur Sanierung des Objektes wurden von RWE 6000 Euro und von der Gemeinde Merzenich 8300 Euro zur Verfügung gestellt. „Die Arbeiten sollten eigentlich bis zur Fertigstellung 20.000 Euro kosten. Nur dank der Eigeninitiative und Eigenleistung der Senioren sind wir so günstig davon gekommen”, lobt der Bürgermeister.

Über 1000 Arbeitsstunden verbrachten die Amateur-Handwerker mit der Kernsanierung und der Umstrukturierung der Seniorenbegegnungsstätte. Im oberen Stockwerk befindet sich nun das Büro des Seniorenbeauftragten Michael Staab. Mittlerweile gestalten 100 betagte Merzenicher dort ihre Freizeit. Verschiedene Projektgruppen von der Wander- über die Kegelgruppe bis hin zur Spielerunde - für jedes Mitglied findet sich dort eine beliebte Beschäftigung.

Die unteren beiden Stockwerke enthalten sowohl großzügige Aufenthaltsräume mit Tischen, als auch die Küche, einen Wintergarten und die Toiletten. „Es ist so toll geworden, dass man das Haus eigentlich wieder vermieten könnte”, meint Harzheim. Doch da hat der Bürgermeister nicht mit den Senioren gerechnet. „Wir passen auf”, sagen diese.

Für geregelte Öffnungszeiten sorgt ab sofort Susanne Heuft, die für diese Zwecke von der Gemeinde eingestellt wurde. Täglich von 9 bis 15 Uhr sollen die Türen der Begegnungsstätte für interessierte Senioren offen stehen. Als Belohnung für die tatkräftige Unterstützung bei den Bauarbeiten und zur Würdigung dieser Verdienste will die Gemeinde im nächsten Jahr die Umgestaltung des Außengeländes finanziell unterstützen.
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