Kreuzau - Senioren am PC oder im Garten helfen? Dafür gibts die Taschengeldbörse!

Senioren am PC oder im Garten helfen? Dafür gibts die Taschengeldbörse!

Von: Fred Schröder
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Lisa Palm (rechts) und Günter Schmitz (links) koordinieren die „Taschengeldbörse“, in der Tamara und Finn bei ihren Auftraggeberinnen Gerry Schmitz und Beate Tirtey mit Freude tätig sind. Foto: Schröder

Kreuzau. „Wo so viel Negatives über die Jugend gesprochen wird, ist es nett und umso wichtiger, dass es so etwas wie die Taschengeldbörse gibt“. Beate Tirtey und Gerry Schmitz, beide Kreuzauer Bürgerinnen im Seniorenalter, sind begeistert von der „Taschengeldbörse“. Seit etwas mehr als einem Jahr betreibt die Gemeinde Kreuzau in Kooperation mit dem Kreis Düren diese sogenannte „Börse“

Dahinter verbirgt sich eine bemerkenswerte Aktion verbirgt: Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren, die ihr Taschengeld aufbessern möchten, gehen Senioren über 60 Jahren sowie in der Mobilität eingeschränkten Personen allen Altersstufen bei gelegentlichen kleinen, einfachen Arbeiten zur Hand. „Wir haben weiter gute Konjunkturaussichten“, strahlen Lisa Palm, die für die kommunale Jugendarbeit zuständig ist, und ihr Mitstreiter Günter Schmitz.

Er ist der Generationsbeauftragte der Gemeinde. Beide fungieren als Ansprechpartner und bringen die hilfesuchenden Senioren mit hilfsbereiten Jugendlichen zusammen. Bis heute sind über 20 Jugendliche aktiv, wenn Hilfe gefragt ist. Mit steigender Tendenz. „Bisher gab es von den Senioren nur positive Reaktionen“, betont Palm. Sie und ihr männlicher Gegenpart Schmitz nehmen die Anmeldungen entgegen und lernen sowohl die Senioren als auch die Jugendlichen kennen, erläutern ihnen die Rahmenbedingungen und klären den Bedarf an Unterstützung.

Die Rahmenbedingungen sind klar definiert. Explizit ausgeschlossen sind pflegerische Tätigkeiten sowie alltägliche Haushaltsarbeiten, die zum Aufgabenspektrum professioneller Dienstleister gehören. Tätigkeiten für die Jugendlichen, die ihr Taschengeld aufbessern möchten, können unter anderem kleinere Gartenarbeiten wie Rasenmähen, Einkaufen, das Ausführen von Hunden oder Ähnliches sein.

Der „Renner“ ist derzeit die Hilfe bei technischen Problemen. „Finn hat mir das Tablett und den PC eingerichtet. Und als ein paar Möbelstücke umgesetzt werden mussten, hat er gleich einen Kumpel mitgebracht“, berichtet Tirtey und ist damit nah bei Gerry Schmitz, die sich ihre Computerhilfen von Tamara erklären ließ. „Unsere Mütter haben uns auf die im Amtsblatt dargestellten Möglichkeiten hingewiesen“, sagen die Teenager unisono und fügen erfreut hinzu, dass sich zwischen den Anbietern und den Helfern inzwischen enge Kontakte entwickelt haben. „Ich habe schon ihre Familie kennengelernt und wir quatschen auch viel“ – Tamara fühlt sich bei Gerry Schmitz wohl.

Ach ja, um Taschengeld geht es ja auch noch. Fünf Euro je Stunde soll die Mindestgrenze sein. „Meistens werden aber sechs bis acht Euro gezahlt“, so die Erfahrungen von Palm und Schmitz.

Sie sehen sich lediglich als koordinierend tätig, die rechtliche Beziehung besteht ausschließlich zwischen Jobanbieter und Jobber. „Wir sind ausbaufähig“, sagte Schmitz. Der Generationsbeauftragte nahm zustimmend die Anregung von Seniorin Beate Tirtey entgegen, die sich auch eine umgekehrte Dienstleistung vorstellen kann: „Es gibt Senioren und Seniorinnen wie mich, die sich als Leih-Oma oder in ähnlichen Funktionen zur Verfügung stellen könnten“. Palm wie auch Schmitz sind über die Gemeindeverwaltung Kreuzau zu erreichen: Telefon 02422/5070.

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