Düren - „Senioren aktiv“: Einer Dürener Institution droht das Aus

„Senioren aktiv“: Einer Dürener Institution droht das Aus

Von: Stephan Johnen
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Liselott Himmler, Käthe Hasse und Maria Schiffers sind auf der Suche nach Nachfolgern, die die Zukunft des Vereins sichern. Foto: Stephan Johnen

Düren. Käthe Hasse ist Optimistin. Als sie vor zwölf Jahren den Vorsitz des Vereins „Senioren aktiv“ übernommen hatte, war es selbst für die erfahrene Sportlerin, die die Schwimmabteilung des Dürener Turnvereins mit aufgebaut hat, ein Sprung ins kalte Wasser. Der gesamte damalige Vorstand war aus Protest gegen den Abriss des evangelischen Gemeindehauses, das dem Stadtcenter weichen musste, zurückgetreten.

Der Verein verlor (Übungs-)Räume und Vorstand auf einen Schlag. „Ich wurde damals gefragt, ob ich einspringen könnte – und habe die Herausforderung angenommen“, sagt die 79-Jährige. Nun ist sie selbst auf der Suche nach einer Nachfolgerin. Und das nicht erst seit gestern. Bei der Jahreshauptversammlung am 24. Mai geht es um die Zukunft des Vereins.

Von Gymnastik bis Skat

Käthe Hasse zur Seite stehen seit zwölf Jahren ihre Stellvertreterin und Geschäftsführerin Liselott Himmler (75) und Kassenwartin Maria Schiffers (77). Das Trio ist ein eingespieltes Team, Schritt für Schritt haben sich die Frauen ihre neuen Aufgaben erarbeitet, den um die 300 Mitglieder starken Verein auf Kurs gehalten. Zum Angebot gehören sportliche wie kreative Angebote für „fitte Menschen ab 50“.

Im Verein wird aber auch getanzt, Skat gespielt, bei ausreichenden Anmeldezahlen finden sogar Sprachkurse statt. Dezentrale Angebote gibt es in vielen Stadtteilen. „Wir sind eine große Familie, die Gemeinschaft und Kameradschaft spielen eine mindestens genauso große Rolle“, findet Käthe Hasse. Es gibt zwei Ausflüge im Jahr, die Jahreshauptversammlung sei beinahe schon eine Familienfeier.

Deswegen falle es auch so schwer, von der Aufgabe loszulassen. „Es fühlt sich so an, als würden wir die Menschen im Stich lassen“, erklärt die 79-Jährige. „Aber aus gesundheitlichen Gründen können wir nicht erneut kandidieren“, spricht Liselott Himmler für ihre Vorstandskolleginnen.

Schon vor drei Jahren wollten sie eigentlich nicht mehr antreten. Sollte es keine Kandidaten geben, steht der Verein, der zwölf Übungsleiter beschäftigt, vor dem Aus. Die Fusion mit einem anderen Verein, beispielsweise einem reinen Sportverein, erachtet das Trio als eher chancenlos.

Die Vorstandsfrauen sind aber überzeugt, dass es eine Lösung geben wird. Sie setzen auf Menschen, die bereit sind, dieses Ehrenamt zu übernehmen. „Es ist viel Arbeit, aber es bereitet auch unglaublich viel Freude. Es ist schön, etwas für Menschen zu tun“, beschreibt Käthe Hasse. Die Arbeit, die die Frauen ehrenamtlich leisten, entspreche einer Ganztagsstelle.

Das Büro im Haus der Stadt ist dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr besetzt, die Kurse müssen geplant, die Gebühren verwaltet, Ausflüge organisiert werden. „Wichtig ist das Gespräch mit den Menschen. Wir haben unsere Aufgabe nie als Verwaltung betrachtet“, fügt Maria Schiffers hinzu. Die Frauen wissen, dass es auch anderen Vereinen immer schwerer fällt, Nachwuchs für die Arbeit im Vorstand zu finden. Die Lebensgewohnheiten ändern sich, (Frei-)Zeit wird ein kostbares Gut.

„Größere Vereine haben mittlerweile hauptamtliche Geschäftsführer“, sagt Käthe Hasse. Dies könne sich „Senioren aktiv“ aber nicht leisten, denn der Beitrag soll gering bleiben, um niemanden auszuschließen. Bis Mai wollen Käthe Hasse und ihre Kolleginnen nun die Werbetrommel rühren. „Uns liegt viel daran, dass der Verein erhalten bleibt. Das wird er auch“, ist die Vorsitzende überzeugt.

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