Sekundarschule Nordeifel: Viele offene Fragen sind beantwortet

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
8381030.jpg
Bildnummer: 58139467 Datum: 17.06.2012 Copyright: imago/emil umdorf Lehrer unterrichtet an der Tafel Model Released Symbol xmk x0x 2012 quer Schule bildung bildungswesen klassenzimmer schüler schülerin lernen unterricht kind teenager klasse lehrer.pädagoge lächeln symphatisch 58139467 Date 17 06 2012 Copyright Imago Emil umdorf Teacher shall to the Board Model released symbol xmk x0x 2012 horizontal School Education Education Classroom Students Student Learn Teaching Child Teenagers Class Teacher Teacher Smiling likable

Kleinhau. Die Geschichte der Sekundarschule Nordeifel begann mit einer Zitterpartie. Mehrfach wurde im Frühjahr 2013 die Anmeldefrist verlängert, herrschte Ungewissheit, ob es in Kleinhau genug Anmeldungen gibt, damit die neue Schule wie geplant an den Standorten Kleinhau und Simmerath starten kann. „Dieses Zittern ist vorbei“, sagt Rektorin Ursula Mertens.

Die Schulleiterin blickt auf das erste Jahr der neuen Schule und die gemeisterten Hürden zurück und wagt einen Ausblick.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, die Sekundarschule Nordeifel hat das erste Lebensjahr vollendet. Wie steht es um die Schülerzahlen im zweiten Jahr?

Mertens: Wir haben diese Woche 125 neue Schüler in drei Klassen in Simmerath und in zwei Klassen in Kleinhau begrüßt. Die Anmeldezahlen sind sehr gut, ich rechne damit, dass sie sich in Zukunft weiterhin positiv entwickeln. Der Standort Kleinhau und unser Schultyp sind auch für Eltern der umliegenden Kommunen interessant. Wir haben viele beispielsweise Anmeldungen aus Düren. Mein Kollege Albert Rieger als Konrektor und ich sind sehr zufrieden mit dieser Entwicklung.

Woher rührt die Zurückhaltung der Eltern im vergangenen Jahr?

Mertens: Als es 2013 um die Frage der Anmeldung ging, konnten wir den Eltern nur ein theoretisches Konzept bieten – Praxiserfahrungen fehlten zu diesem Zeitpunkt. Dadurch entstanden viele offene Fragen und auch einige Vorbehalte. Die haben wir mit unserer Arbeit zerstreuen können.

Es gibt Stimmen, die eine Sekundarschule für eine Hauptschule unter anderem Namen halten. Befürchten Eltern eine Nivellierung „nach unten“?

Mertens: Zunächst möchte ich klarstellen, dass an Hauptschulen von vielen motivierten Kollegen gute Arbeit geleistet wurde und wird. Der Großteil unserer neuen Schüler hat eine Empfehlung für die Realschule. Ich bin fest davon überzeugt, dass durch den differenzierten Unterricht gerade die etwas schwächeren Schüler angespornt werden, sich auch an die kniffligeren Aufgaben heranzutrauen. Es geschieht also genau das Gegenteil von einer „Nivellierung nach unten“.

Was bedeutet Differenzierung?

Mertens: Wir bieten innerhalb des Unterrichts immer Übungen und Aufgaben mit unterschiedlichem Anspruch an: für stärkere Schüler ebenso wie für schwächere. Die Schüler entscheiden, wo sie starten und werden angehalten, auch Aufgaben höheren Niveaus zu lösen. Wir Lehrer beobachten, dass dieses System motivierend wirkt, dass sich die Leistungen verbessern. Wir werden unsere pädagogische Arbeit daran messen, dass wir alle Schüler zu einem angemessenen Abschluss führen und es auch Schüler gibt, die in die gymnasiale Oberstufe wechseln.

Wie bereiten Ihre Kollegen die Schüler auf diesen Wechsel vor?

Mertens: Wir führen schon Gespräche mit dem Direktor unserer Partnerschule. Wir wollen früh die Ansprüche des Franziskus-Gymnasiums Vossenacks und der gymnasialen Oberstufe verinnerlichen und unser Unterrichtskonzept darauf einstellen. Mein Wunsch ist, dass eine starke Gruppe unserer Schüler in die Oberstufe wechselt.

Wie funktioniert der Schulbetrieb, wenn das Kollegium im vergangenen Jahr neu aufgebaut werden musste und dieses Jahr erneut erweitert wird?

Mertens: Wir sind ein Gründungskollegium! Das ist eine unglaublich motivierende Erfahrung. Kollegen aus Realschulen, Hauptschulen und Sonderpädagogen haben zusammen an unserem Konzept gearbeitet. Die Kollegen bringen viele frische Ideen ebenso wie reichlich Erfahrung ein. In diesem Schuljahr haben wir acht neue Kollegen bekommen. Sicherlich bedeutet dies zunächst mehr Arbeit, mehr Konferenzen, mehr Abstimmung – aber über diese enge Zusammenarbeit aller Kollegen wachsen auch die beiden Standorte enger zusammen, wird viel kreative Energie freigesetzt.

Worin besteht der Reiz, an einer Schule in Gründung zu arbeiten?

Mertens: Selbstverständlich mussten wir Schule ja nicht grundsätzlich neu erfinden. Grundlage der Arbeit ist ein Gesamtschulkonzept – nur ohne die Oberstufe. Aber wir haben eine eigene Schulordnung erarbeitet, ein eigenes Unterrichtskonzept. Auch die Eltern beteiligen sich sehr stark, arbeiten tatkräftig mit. Es herrscht auch im zweiten Jahr noch Aufbruchstimmung.

Was ist Ihnen besonders wichtig?

Mertens: Wir legen an unserer Schule viel Wert auf Disziplin. Die Schule soll einen guten Ruf haben.

Wo gibt es Stellschrauben, an denen noch gedreht werden muss?

Mertens: Wir wollen an beiden Standorten noch zusätzliche Förderangebote installieren, auch gezielt für stärkere Schüler. Auch das Bibliotheksangebot kann noch ausgebaut werden. Schulalltag bedeutet niemals Stillstand.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Mertens: Weiterhin motivierte Schüler, Eltern und Kollegen. Wir würden zudem gerne ab der Klasse 8 eine zusätzliche dritte Fremdsprache anbieten. Meine Vision ist, dass der Standort Kleinhau der Sekundarschule auch einmal dreizügig gefahren werden kann.

Wie steht es um die Inklusion?

Mertens: Die Inklusion macht uns keine Angst. Förderschullehrer, Regelschullehrer und Sozialarbeiter arbeiten sehr gut zusammen. Wir überprüfen regelmäßig, ob Kinder mit besonderem Förderbedarf bei uns gut aufgehoben sind. Die anderen Blickrichtungen der Förderschullehrer empfinde ich als sehr bereichernd für den gesamten Schulalltag.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert