Seit 35 Jahren ist Dürener Frauenhaus eine Zufluchtsstätte

Von: Bruno Elberfeld
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Der Vorstand von „Frauen helfen Frauen“ feierte mit den Mitarbeiterinnen und den vielen Gästen die erfolgreiche Arbeit von 35 Jahren. Foto: bel

Düren. Die Gäste im „Komm“-Zentrum Düren hatten keine Wahl. Sie wurden mit Zahlen auf einem Papierläufer konfrontiert, der am Ende mit dem Logo von „Frauen helfen Frauen“ endete: ein kleines Häuschen mit vielen Fenstern, von innen beleuchtet von einer Kerze. Das Häuschen stand auf einer Fußmatte mit der Aufschrift „Heimat“.

Dem Besucher wurde deutlich, dass das Dürener Frauenhaus, 1981 im Dürener „Frauenbuchladen“ gegründet, im Verlauf von 35 Jahren 1088 Frauen und 1130 Kindern für eine Weile eine Heimat geboten hat.

Petra Müller, Mitglied im Vorstand, machte das aktuelle Frauenhaus durch Daten plastischer: In der Regel können acht Frauen mit ihren Kindern zwei Küchen, zwei kleine Bäder, ein Wohnzimmer und ein Kinderzimmer nutzen. Der persönliche Bereich beschränkt sich jeweils auf ein Zimmer.

Der Vorstand und die acht Mitarbeiterinnen, darunter vier Ehrenamtler, zeigten sich trotz aller Widrigkeiten mit der Situation zufrieden. Im Beisein von Bürgermeister Paul Larue, den Bundestagsabgeordneten Thomas Rachel (CDU) und Dietmar Nietan (SPD) und Kreisdirektor Georg Beyß beklagte Petra Müller die Wohnungssituation in der Stadt. Die meisten Wohnungen seien für Frauen in dieser Lage nicht bezahlbar. Die Folge: Die Verweildauer von Frauen und Kindern hat sich in den vergangenen Monaten erhöht, so dass keine weiteren Frauen, die vor häuslicher Gewalt auf der Flucht sind, aufgenommen werden können.

Bürgermeister Paul Larue ging in seiner Rede auf die Wohnungsnot in Düren ein. Man habe, so sagte er, schon Baumaßnahmen eingeleitet, um dieser Wohnungsnot Herr zu werden.

Die Vorstandskollegin von Petra Müller, Menka Berres-Förster, stellte den Begriff „Heimat“ in den Mittelpunkt ihrer Gedanken. „Dass ein Haus zur Heimat werden kann“, führte Berres-Förster aus, „liegt an den Menschen in unserem Frauenhaus, an unseren Mitarbeiterinnen, die es durch ihr Da-sein und ihre Arbeit erreicht haben, für so viele Notleidende eine Heimat zu schaffen.“ Die Arbeit der insgesamt acht Mitarbeiterinnen stellten die Sprecherinnen als eine recht komplexe Tätigkeit dar.

„Alle Mitarbeiterinnen haben eine ausgezeichnete Ausbildung“, erläuterte Menka Berres-Förster. Mitarbeiterinnen sind zurzeit Roswitha Knoop, Christina Hähnlein, Enkeleida Mesini, Petra Krug, Irmgard Lauterbach-Goertz, Sonja Waltl, Ruth Maiß und Daniela Felder. Im Vorstand vertreten sind Anne Pentzlin, Ursula Babel, Ute Nebel, Elke Mertens, Bettina Döring, Petra Müller und Menka Berres-Förster. Am Anfang ihrer Rede hatte Petra Müller gefragt: „Was feiern wir heute? Eine lange Geschichte? Eine Erfolgsgeschichte? Eine Notgeschichte? Eine Hoffnungsgeschichte?“ Die Antwort: „Von allem etwas.“ Diese Meinung vertraten alle Gäste. Zu den Gratulantinnen gehörte auch Andrea Kenter, Frauenbeauftragte des Kreises, die sich dem Mainstream im festlich geschmückten Raum anschloss und wünschte, dass die Arbeit im Frauenhaus fortgesetzt und vielleicht irgendwann mal unnötig sein werde.

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