Schmidt - Seit 30 Jahren im Einsatz: ABK macht für die Berufswelt fit

Seit 30 Jahren im Einsatz: ABK macht für die Berufswelt fit

Von: Bruno Elberfeld
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Auch das Bohren von Löchern ins Holz gehört zum Handwerk, das im der ABK-Hilfswerk vermittelt wird. Foto: Elberfeld

Schmidt. Viele Menschen im Kreis Düren kennen es gar nicht: das ABK-Hilfswerk, das seit 1978 in der Nordeifel angesiedelt ist und jungen Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren mit seelischer Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten Chancen einräumt, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern.

Die Abkürzung ABK steht für Anleitung, Begleitung und Kommunikation. Zurzeit leben 53 junge Frauen und Männer in vier Wohnheimen. Die erste Anlaufstation für Neuankömmlinge ist das Aufnahmehaus „Schöne Aussicht” (Kesternich) mit 15 Plätzen. Hier gewöhnen sich die jungen Menschen langsam ein, übernehmen Pflichten, akzeptieren Regeln. Nach dieser Phase können sie in die Nachfolgehäuser „Aachener Hof” (Strauch) und „Haus Heimbach” (Heimbach) verlegt werden, wo die Anforderungen an ein selbstständigeres und freieres Leben größer sind.

Auf dem freien Arbeitsmarkt

Lässt der Einzelne erkennen, dass er in seiner persönlichen Entwicklung so weit fortgeschritten ist, dass er seinen Platz in der Gemeinschaft ohne Komplikationen ausfüllen kann, besteht die Möglichkeit eines Aufenthaltes im „Haus Rollesbroich” (Rollesbroich). Hier gibt es Apartments, in denen die Probanden die letzte Bewährungsprobe vor dem Eintritt in das so genannte normale Leben in möglichst großer Freiheit und Eigenverantwortung meistern müssen.

„Das Ziel ist es”, erklärt Sozialpädagogin Christiane Rappenecker vom ABK-Hilfswerk, „die Verhaltensauffälligkeiten der jungen Leute abzubauen und ein angemessenes Verhalten zu trainieren, damit eine spätere Vermittlung auf dem freien Arbeitsmarkt und eine selbstständige Lebensführung in einer eigenen Wohnung möglich werden.” In Fällen, bei denen das fehlschlägt, erläutert die Mitarbeiterin des Hilfswerks weiter, sei die Aufnahme in eine weniger intensiv betreute Wohnform möglich.

Seit 1980 existiert in Nideggen-Schmidt die zugehörige Trainingswerkstatt. In verschiedenen Gewerken können die Heimbewohner hier täglich zwischen 8 und 16 Uhr ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten erproben. In den Holz-, Kfz-, Metall- und Malerwerkstätten, in den Hauswirtschaftsräumen, der Küche, bei der Garten- und Landschaftspflege wird grundlegendes Arbeitsverhalten eingeübt. Lehrer und Handwerker, teilweise mit pädagogischer Zusatzausbildung, beobachten, welche Aussichten der Einzelne auf dem freien Arbeitsmarkt haben könnte. Praktika sind hier sehr hilfreich.

„Viele Betriebe, meist aus dem Aachener Raum bieten uns Praktikums-, Arbeits- oder Ausbildungsplätze an”, sagt Werkstattleiter Josef Rijks. „Über die Mitarbeit von Betrieben aus dem Dürener Raum würden wir uns sehr freuen.” Die hergestellten Produkte können in der Schmidter Werkstatt käuflich erworben werden. Gartenarbeit und andere Dienste werden außer Haus angeboten.

Unterrichtet werden die Teilnehmer von Handwerksmeistern und Gesellen. Zwei Lehrer erteilen je nach Bedarf Unterricht in Lesen, Schreiben und Rechnen sowie im Sport. Finanziert wird diese Eingliederungshilfe vom LVR. Die jungen Erwachsenen werden durch ihre gesetzlichen Betreuer, durch die Jugendämter, den LVR, durch Psychiatrien oder auch verzweifelte Eltern angemeldet. Neben den schon beschriebenen Wohneinheiten betreibt das Hilfswerk das Wohnheim „Haus Forensberg” für 28 geistig behinderte Menschen in Herzogenrath-Kohlscheid.

Die Verantwortlichen des ABK-Hilfswerks sind gerne bereit, telefonisch oder über E-Mail Auskunft zu geben. E-Mail: Sozialdienst@abk-hilfswerk.de, ABK-Werkstatt Schmidt: 02474/ 1466, ABK-Verwaltung Simmerath-Rollesbroich: 02473/92800.

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