Seit 30 Jahren Ferienlager für Kinder und Jugendliche

Von: Sandra Kinkel
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„Wiederholungstäter“: Ann-Kathrin Pyka (13), Roberto Ticciardi (15) und Alexa Drove (13, von links) sind echte Camp-Experten. Foto: Sandra Kinkel
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Peter Junker ist Teamleiter für den Bereich „Mobile Jugendarbeit“ beim städtischen Jugendamt. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Roberto Ricciardi (15) ist ein bisschen traurig. „Für mich ist es das letzte Feriencamp am Dürener Badesee“, erzählt der Junge. „Nächstes Jahr bin ich zu alt.“ Roberto ist einer von rund 70 Kindern und Jugendlichen, die noch bis zum 18. Juli am Kinder- beziehungsweise Jugendcamp des Jugendamtes am Badesee teilnehmen.

In diesem Jahr findet das Camp zum 30. Mal statt. In den ersten beiden Jahren hat die Ferienfreizeit auf einem Zeltplatz in Monschau stattgefunden, seit 28 Jahren verbringen die Jungen und Mädchen ihre Sommerferien am See. „Freizeit- und Ferienmaßnahmen“, sagt Sozialpädagoge Peter Junker (55), „waren immer ein großes Thema. Auch bei der Arbeit des Jugendamtes und auch schon vor 30 Jahren. Es war den Verantwortlichen in Düren schon früh ein Anliegen, selbst ein Angebot zu schaffen.“

Peter Junker hat nur eines der 30 Feriencamps verpasst, seit 29 Jahren ist er mit von der Partie. Junker: „Anfangs waren wir drei Wochen mit einer Gruppe zusammen, später haben wir das Camp getrennt. Zehn Tage verbringen Kinder zwischen acht und elf Jahren ihre Ferien hier, zehn Tage Jugendlich zwischen zwölf und 15 Jahren.“

So wie Roberto Ricciardi, Ann-Kathrin Pyka (13) und Alexa Drove (13). Alle drei sind „Wiederholungstäter“, was das Feriencamp angeht. „Es ist schön hier“, sagt Ann-Kathrin. „Wir unternehmen viel zusammen, und der See ist natürlich auch toll.“

Viel geändert, sagt Peter Junker, habe sich in den vergangenen 30 Jahren nicht. „Und wenn, dann nur Äußerlichkeiten.“ Zum Beispiel schlafen die Jugendlichen nicht mehr in Zelten, sondern in den kleinen Hütten, die am Badesee stehen. „Das ist besser“, sagt Roberto, der sich auch an die großen Zelte erinnern kann. „Im Zelt waren wir mit acht Leuten. Da herrschte eine ziemlich große Unordnung. Das ist jetzt in den Hütten viel besser.“

Während der Camps gibt es sowohl Aktivitäten am See als auch Ausflüge, zum Beispiel zu großen Freizeitparks. Peter Junker: „Wir merken, dass der Alltag der Jugendlichen sich verändert hat. Schule, Nachmittagsunterricht – die Anforderungen sind größer geworden.“

Für die Badesee-Camps bedeute das, den jungen Leuten mehr Freiraum zu lassen. Junker: „Die Camps sind etwas chilliger geworden.“ Heißt im Klartext, dass die Betreuer zwar jede Menge Aktivitäten vorbereitet haben, die Jugendlichen aber nicht damit überfallen. „Das Camp“, sagt Peter Junker, „ist nicht mehr vom ersten bis zum letzten Tag durchgeplant. Das ist hier eine sehr entspannte Geschichte.“

Das können die Jugendlichen nur unterstreichen. „Es gibt keinen Stress“, sagt Ann-Kathrin. „Wir müssen nur bis 9 Uhr beim Frühstück gewesen sein. Lange schlafen, sagen die Betreuer immer, könnten wir ja auch zu Hause.“ Regeln gibt es auch, was den Umgang mit Smartphones im Camp angeht.

„Es ist okay, ab und an zu Hause anzurufen“, sagt Junker. „Die ganze Zeit mit dem Smartphone zu hantieren, ist aber nicht okay. Wir wollen hier zusammen etwas machen, nur so gelingt es . dass im Camp Freundschaften und eine gute Gemeinschaft entstehen.“ Es ist Junker und seinem Team wichtig, dass die Badeseecamps wirklich für alle Jugendlichen zugänglich sind. Junker: „Dank unserer Sponsoren sind die Preise sehr moderat. Hier bei uns verbringen Kinder aus allen Schichten ihre Ferien. Und haben Spaß.“

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