Kreis Düren - Segen und Leid zugleich: Ihre Meinung zum Tagebau im Kreis Düren

Segen und Leid zugleich: Ihre Meinung zum Tagebau im Kreis Düren

Von: Stephan Johnen
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Der Braunkohletagebau prägt d
Der Braunkohletagebau prägt das Bild der Landschaft. Doch was kommt nach ihm? Foto: Abels

Kreis Düren. Der Hunger der Braunkohlebagger ist unersättlich. Jeden Tag tragen sie Zentimeter für Zentimeter ab, was viele Menschen einst Heimat nannten. Während die Umsiedlung für manche Bürger im Kreis Düren bereits Geschichte ist, heißt es für andere in Kürze: Abschied nehmen. In Morschenich beispielsweise.

Und die Merkener bereiten sich darauf vor, dass der Tagebau näher rückt und sie ungefragt einen Logenplatz einnehmen können: mit Blick auf die Bagger und den „Indeschen Ozean” zugleich. Was bedeutet es für die Menschen, mit dem Tagebau zu leben? Ist der Abbau Fluch oder Segen für die Region?

Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten. Gerne laden wir Sie, liebe Leser, ein, uns Ihre Meinung mitzuteilen. Braunkohle ist auf der einen Seite ein Job-Motor in der Region. Tausende Stellen hängen an der Gewinnung der Kohle, den Kraftwerken und der entsprechenden Infrastruktur. Doch die Tagebaue bedeuten auf der anderen Seite auch einen erheblichen Eingriff in das Leben der Anwohner. Sie haben Auswirkungen auf die Lebensqualität. Nehmen wir den Lärm, oder das Beispiel Feinstaub. Die Dürener Zeitung lädt daher ihre Leser für den 10. Oktober ein, sich vor Ort von RWE-Mitarbeitern erklären zu lassen, was gegen die Staubentwicklung getan wird (siehe Infokasten). Nutzen Sie die Gelegenheit, um mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Berichten Sie von Ihren Erfahrungen mit dem Bergbau. Stellen Sie Fragen, äußern Sie Ihre Kritik.

Was kommt eigentlich nach den Tagebauen in Inden und Hambach? Wie schafft es unsere Region, die dann touristisch mit einer Seenplatte aufwarten kann, lebenswert zu bleiben? Wer stellt dann noch Arbeitsplätze zur Verfügung? Wie packen wir den Strukturwandel? Auf diese zentralen Fragen müssen heute schon Antworten gefunden werden. Einer, der sich genau an der Beantwortung dieser Fragen messen lassen muss, ist der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Indeland. Kommende Woche wird uns Jens Bröker Rede und Antwort stehen. Auf welche Frage zur Tagebaunachfolgelandschaft möchten Sie eine Antwort? Schreiben Sie uns!

Im Online-Forum www.duerener-meinung.de haben unsere Leser zum Thema Braunkohletagebau bereits Stellung bezogen. „Ob die Braunkohle zukunftsweisend ist oder nicht, ist nicht die entscheidende Frage. Die Braunkohle stellt eine wichtige Übergangsenergie auf dem Weg zur Energiewende dar. Die Braunkohle ist der einzige Energieträger, der uns in Deutschland in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Es gibt nach dem Beschluss zum Ausstieg aus der Kernenergie keine Alternative”, gibt Hans Joachim Teichmeier zu bedenken. Er fordert moderne Kraftwerke mit hohem Wirkungsgrad. Michael Wernfeld sieht den Tagebau kritisch: „Für Braunkohlentagebaue müssen Dörfer zerstört und deren Bewohner zwangsumgesiedelt werden.

Für die Bewohner bedeutet die Zwangsumsiedlung einen schweren Verlust von kultureller Identität: mit den Dörfern werden Kirchen, Friedhöfe, Baudenkmäler, Wiesen, Ackerflächen und Wälder dem Boden gleichgemacht.” Für das wirtschaftliche Überleben sei dies nicht unbedingt notwendig. Im Vergleich zur Braunkohle „preiswertere und umweltfreundlichere Energieträger” seien auf dem Weltmarkt „in Hülle und Fülle vorhanden”. Wernfeld: „Die laut RWE bis 2045 wegfallenden 5500 Arbeitsplätze im Tagebau erscheinen ein viel zu hoher Preis für das Leid der Zwangsumgesiedelten, für die Zerstörung einer gewachsenen uralten und dicht besiedelten Kulturlandschaft und schließlich für die den zukünftigen Generationen ungefragt aufgebürdeten Altlasten.” Wie sieht Ihre Meinung zu diesem Thema aus?

Wir laden Sie, liebe Leser, zu einer Besichtigung des Tagebaus Hambach ein. Im Mittelpunkt der Tour am Mittwoch, 10. Oktober, 10 bis 13 Uhr, steht das Thema Feinstaub. Nach einer Einführung in die Materie werden RWE-Experten im Tagebau vorstellen, was sie gegen die Staubentwicklung unternehmen. Im Anschluss ist Zeit für eine Diskussion.

Richten Sie Ihre Bewerbung an: DZ-Redaktion, Pletzergasse 5, 52349 Düren, per E-Mail an: az-lokales-dueren@zeitungsverlag-aachen.de oder per Fax an 02421/2259140. Einsendeschluss ist Freitag, 5. Oktober, 12 Uhr. Es stehen 20 Plätze zur Verfügung. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie alleine oder zu zweit teilnehmen möchten. Kinder können aus Sicherheitsgründen nicht mitfahren. Bei mehr als 20 Bewerbungen entscheidet das Los.

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