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Segen und Geld für Kinder in Not

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Drei von 54 Langerweher Sternsingern: Jason Nico, Anna Francesca und Saskia Ellen waren als Caspar, Melchior und Balthasar unterwegs und haben den Menschen jede Menge Freude gebracht. Foto: Sandra Kinkel
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Seit 1959 veranstaltet das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ mit Sitz in Aachen die Sternsingeraktion. Der große Eröffnungsgottesdienst fand in diesem Jahr in Köln mit Kardinal Joachim Meissner statt. Eine Gruppe Kinder hat sogar in Rom beim Neujahrsgottesdienst mit Papst Franziskus teilgenommen. Im vergangenen Jahr sind bei der Sternsinger-Aktion über 47 Millionen Euro zusammen gekommen. Das Geld kam 2000 Hilfsprojekten in über 100 Ländern zugute. In diesem Jahr ist Malawi in Afrika Schwerpunktland der Sternsingeraktion. Foto: Kinkel
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Die Sternsinger aus Langerwehe haben auch dem örtlichen Seniorenheim einen Besuch abgestattet. Und die alten Menschen haben sich sehr gefreut. Einige hatten sogar eine kleine Spende für die Sammelbüchse der Kinder dabei. Foto: Kinkel
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In Langerwehe betreut Pfarrer Heinz Portz gemeinsam mit Antje Stevkov und vielen Eltern die Sternsinger. Im Gottesdienst am Sonntag, 5. Januar, um 11 Uhr werden die Kinder von der ganzen Pfarrgemeinde in der Kirche empfangen. Die Sternsinger haben sogar ein kleines Theaterstück einstudiert, das sie an diesem Tag vorführen möchten. Foto: Kinkel
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Klar, dass die Sternsinger den alten Menschen auch ihren Aufkleber mit der bekannten Aufschrift „20*C+M+B*14“ dagelassen haben. Die Buchstaben stehen nicht etwa für die Namen der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, sondern bedeuten „Christus mansionem benedicat“, also Christus segne dieses Haus. Foto: Kinkel

Langerwehe. „Es hat zwar zwischendurch immer wieder geregnet, aber irgendwie hat es doch Spaß gemacht, zu den Leuten zu gehen.“ Es ist Donnerstag Nachmittag, 16 Uhr. Und Jason Nico Leisten (8), Anna Francesca Gallo (9) und Saskia Ellen Schröter (8) sehen ein bisschen geschafft aus.

Kein Wunder eigentlich, denn die Kinder sind seit sieben Stunden unterwegs. Jason, Anna und Saskia sind drei von insgesamt 54 Sternsingern der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin in Langerwehe, die seit Donnerstag unterwegs sind, um den Menschen den Segen zu bringen. „Wir haben die Gemeinde in 17 Bezirke unterteilt“, erzählt Antje Stevkov (48), die die Sternsinger-Aktion in Langerwehe betreut. „Die Kinder und 20 Erwachsene sind drei Tage unterwegs.“

Fast alle Menschen, erzählen Jason, Saskia und Anna, hätten sich über ihren Besuch sehr gefreut. Die Kinder singen ein Lied, sprechen den Segen und kleben einen Aufkleber an die Tür. „Früher haben die Sternsinger das mit Kreide geschrieben“, sagt Jason. „Jetzt kleben wir es auf.“ „Nur eine Frau“, berichtet Anna, „hat uns sofort die Tür vor der Nase wieder zugemacht. Das fand ich schon ein bisschen traurig. Wir wollen den Menschen doch den Segen bringen.“ Manche Leute, erzählt das Mädchen noch, seien auch gar nicht zu Hause. „Denen stecken wir einen Zettel in den Briefkasten. Und die Leute können sich dann im Pfarrbüro melden, wenn sie unseren Besuch doch noch möchten.“

Vorbereitungstreffen

Saskia und Jason sind in diesem Jahr zum ersten Mal als Sternsinger unterwegs, für Anna ist es der dritte Einsatz. „Wir singen den Leuten ein Lied vor“, erzählt Anna. „Und wer möchte, kann uns noch etwas Geld spenden. Für Flüchtlingskinder in Malawi, die wirklich gar nichts mehr haben.“

Zur Vorbereitung ihrer Aufgabe haben sich die Langerweher Sternsinger einmal mit Antje Stevkov im Pfarrheim getroffen. „Wir haben einen Film über die Zustände in Malawi geschaut“, erzählt die engagierte Katechetin, „damit die Kinder wissen, warum ihr Einsatz so wichtig ist. Anschließend haben wir noch das Sternsinger-Lied geübt, und die Jungen und Mädchen haben sich ihre Gewänder ausgesucht.“ „Wir sind ja als Heilige Drei Könige unterwegs“, sagt Saskia. „Die hießen Caspar, Melchior und Balthasar und haben dem Jesuskind zu seiner Geburt Geschenke gebracht.“

Saskia, Anna und Jason sind Kommunionkinder, für die war in Langerwehe die Teilnahme an der Sternsinger-Aktion verpflichtend. Pfarrer Heinz Portz erklärt, warum: „Die Sternsinger unterstützen seit Jahrzehnten Projekte in armen Ländern, Kinder und Familien in Not und wirken so – neben aktuellen und kurzfristigen Hilfen – vor allem langfristig und wirklich nachhaltig.“ Es sei wichtig, so der Pfarrer weiter, dass die Kommunionkinder und deren Familien diesen Aspekt der weltweiten Kirche verstehen lernten. „Bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion sollen die Kinder erfahren, dass die tätige Nächstenliebe, die Hilfe für Arme und Leidende ganz selbstverständlich zum katholischen Glauben gehört. Dieser Einsatz ist so wichtig wie das Gebet und der regelmäßige Besuch der Messe.“

Ihren letzten Einsatz haben Anna, Saskia und Jason am Donnerstag im Langerweher Seniorenheim. Die alten Menschen freuen sich schon sehr auf den Besuch der Kinder. Und von der Heimleitung hat es sogar ein paar Süßigkeiten zur Stärkung gegeben. „Hier war es schön“, sagt Anna und lächelt. Sternsinger zu sein macht meistens eben doch Spaß. Angemerkt

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