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See-Anwohner mobilisieren gegen Trianel

Von: Franz Sistemich
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Mit Segelschiffchen aus Papier
Mit Segelschiffchen aus Papier artikuliert die neue Bürgerinitiative auch ihren Protest. Foto: Stollenwerk/Montage: Herfs Foto: Stollenwerk/Montage: Herfs

Heimbach. Die beiden Segel sind nicht zu übersehen. Drei Meter hoch sind sie und an der breitesten Stelle 130 Zentimeter lang. Sie hängen neben dem Eingang des Seehofes, des Hotels an der Rurtalsperre Schwammenauel. Ebenso nicht zu übersehen und eindeutig ist ihre Botschaft: „Rettet den Rursee.de” und „Stoppt Trianel” ist in blauen und roten Lettern auf dem hellen Grund zu lesen.

In der Region um die zweitgrößte Talsperre Deutschland formiert sich der Protest gegen ein umstrittenes Projekt. Bekanntlich will der Stadtwerkeverbund Trianel an der Talsperre ein Pumpspeicherkraftwerk bauen mit einem Oberbecken zwischen Schmidt und Strauch und dem Abfluss in den Rursee.

Dies gefällt so manchem Anrainer nicht. Unter anderem Günter Becker. Weil der Inhaber von Becker-Wassersport in unserer Zeitung eine Bürgerinitiative gegen das Projekt anregte, wurden Bewohner aus Heimbach aktiv. Innerhalb von wenigen Tagen stampften sie eine Initiative aus dem Boden, die sie mit Vorstand und als eingetragenen Verein bilden wollen.

Einer der Initiatoren ist Josef Jörres. Der Ortsvorsteher von Hausen hat sich als Heimbacher Ratsvertreter wie die übrigen Mitglieder des städtischen Parlamentes (mit Ausnahme der Bündnisgrünen) und die Stadtverwaltung vehement gegen das Pumpspeicherkraftwerk ausgesprochen.

„Jetzt geht es darum, die Menschen um den Rursee gegen das Projekt zu mobilisieren, auch weil die Verbände, die sich eigentlich klar und deutlich für den Erhalt unserer Natur einsetzen müssten, nur bestimmte Mindeststandards fordern und dieses Projekt kurz- und mittelfristig mittragen.” Deshalb sagte Jörres weiter, „wollen wir der Anwalt unserer Natur werden und haben deshalb am Montag die überparteiliche Bürgerinitiative gegründet”.

Und die Initiatoren haben mit Unterstützung von etlichen Menschen aus dem Heimbacher und auch Nideggener Stadtgebiet schon losgelegt: Rund 150 Buttons haben sie per Hand hergestellt. Sie haben Segelschiffchen aus Papier gebastelt. Auch auf ihnen steht: „Rettet den Rursee” und „Stoppt Trianel.”

Bereits 90 Männer und Frauen haben handschriftlich ihr Interesse an der Mitarbeit in der Bürgerinitiative bekundet, über die Internetseite http://www.rettet-den-rursee.de meldeten sich bis zum späten Mittwochnachmittag fast 100 Personen an.

Ganz konkrete weitere Überlegungen haben sie bereits in den vergangenen Tagen angestellt: Die Schiffchen wollen sie auch als Autoaufkleber herstellen. Sie wollen die Buttons beispielsweise in den Geschäften verteilen lassen. Sie wollen die großen Segel auch an anderen Stellen am See den Protest verkündigen lassen.

Zum Beispiel in Rurberg und Woffelsbach. Einwohner dieser Orte in der Gemeinde Simmerath haben ihre Unterstützung zugesagt. Auch der Schmidter Eduard Müllejans, stellvertretender Vorsitzende der Nideggener SPD-Fraktion, wird sich für die BI einsetzen. Denn: „Wir hoffen, dass sich auch der Nideggener Rat so wie wir positioniert”, sagte Josef Jörres.
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