„Se-Bli-Mo” soll Selbstständigkeit fördern

Von: Sylvia Dietl
Letzte Aktualisierung:
seblimo_bu
Sabine Scheffler (links) erklärt die Funktionsweise einer Münzbox. Zuhörer sind Dr. Hans-Joachim Zeißig, Günter Esser, Gordana Vosen, Andr Hering, Käthe Hofrath und Bürgermeister Paul Larue. Foto: Dietl

Düren. Die Förderung von Sehbehinderten und Blinden nimmt am Standort Düren eine Spitzenstellung ein. „Se-Bli-Mo” heißt die neue Sparte des Rheinischen Blindenfürsorgevereins 1886 Düren. Das Kürzel steht für sehbehindert - blind - mobil.

Lebenspraktische Fertigkeiten

Es ist eine ambulante Einrichtung, die mobile Beratung und Unterstützung für sehbehinderte, blinde und mit weiteren Einschränkungen versehene Menschen und deren Umfeld leistet. „Immer wieder kamen Anfragen von Angehörigen, Mitarbeitern aus Werkstätten für Menschen mit Behinderungen oder Schulen, die uns um Beratung und Hilfe baten”, erklärte Sabine Scheffler, Lehrerin für lebenspraktische Fertigkeiten beim Rheinischen Blindenfürsorgeverein (RBV) anlässlich der Feierstunde zur Eröffnung. Die steigende Nachfrage konnte kaum mehr bewältigt werden. „Telefonische Beratung stößt sehr schnell auch auf praktische Grenzen”, ergänzte André Hering, Leiter der Dürener Wohn- und Förderstätte in Düren.

Mobiles Angebot

Die Lösung wurde schließlich in der Institutionalisierung einer mobilen Blindenversorgung gefunden. „Das gibt es in dieser Form in Deutschland bisher nicht”, sagte Dr. Hans-Joachim Zeißig, Geschäftsführer des Rheinischen Blindenfürsorgevereins. Er begrüßte die Novität als „eine hervorragende Erweiterung des breit gefächerten Angebots für Blinde am Standort Düren.”

Günter Esser, stellvertretender Geschäftsführer des Rheinischen Blindenfürsorgevereins, Gordana Vosen, Leiterin des Rheinischen Blindenheimes, Sabine Scheffler und André Hering brachten im Rahmen eines internen Arbeitskreises das neue Beratungs- und Schulungszentrum auf den Weg.

Ziel ist es, die Selbstständigkeit mehrfachbehinderter, in ihrem Sehen eingeschränkter oder blinder Menschen zu fördern. Die Betroffenen sollen in die Lage versetzt werden, die Anforderungen des täglichen Lebens einfacher zu bewältigen. Das ermöglicht ihnen, in ihrem eigenen sozialen Umfeld bleiben zu können.

Der RBV Düren stellt dafür ein erfahrenes Beraterteam zur Verfügung, das Unterstützung auch vor Ort anbietet. Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren, schätzt dieses Engagement hoch ein: „Die Richtungsänderung weg von einer Komm her zu einer Geh hin-Struktur stellt für diesen Personenkreis eine enorme Unterstützung dar.”

Die Lebensqualität der Betroffenen kann schon mit ganz simplen Hilfsmitteln verbessert werden. Hilfe im Alltag verspricht beispielsweise eine Münzbox, eine sprechende Küchenwaage oder ein Diktiergerät, mit dem sich Etiketten beschriften lassen. „Es gibt auch jede Menge Tricks, die keine Anschaffungskosten verursachen”, sagte Scheffler und betonte, dass Se-Bli-Mo auch für Angehörige, Betreuer und Arbeitgeber Schulungsmaßnahmen und Informationsveranstaltungen anbietet, um den alltäglichen Umgang mit Blinden erleichtern zu können.

In den Räumen an der August-Klotz-Straße 16 wurden auch die Büros für das Ambulant Betreute Wohnen eingerichtet und die „Schatzkiste” - eine Partnervermittlung für Menschen mit Behinderungen. Kontaktaufnahme mit „Se-Bli-Mo” ist unter 02421/9947-403 oder per Mail (seblimo@rbv-dueren.de) möglich. Die Erstberatung ist kostenfrei.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert