Schwieriger Spagat: Zahl der Sozialwohnungen sinkt immer weiter

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Düren. Die Stadt Düren steht vor einem schwierigen Spagat. Auf der einen Seite soll im Zuge des Masterplans hochwertiger Wohnraum geschaffen werden, um einkommensstarke Familien anzulocken und die Steuer- und Kaufkraft zu erhöhen. Auf der anderen Seite mangelt es an bezahlbaren Wohnungen für Einkommensschwache, Transferleistungsbezieher, Alleinstehende, Senioren und Sozialauffällige.

Das zeigt die nun vorliegende Ergänzung zum 2014 beschlossenen Handlungskonzept Wohnen mehr als deutlich.

Während die Nachfrage seit Jahren hoch ist und im Zuge des Flüchtlingszuzugs noch einmal enorm zugenommen hat, sinkt der Bestand im geförderten Wohnungsbau kontinuierlich. Gab es 2010 noch 3426 mietpreisgebundene Wohnungen, so waren es 2016 nur noch 2682. Das entspricht einem Rückgang von 22 Prozent. Und die Entwicklung wird weitergehen, prognostiziert die Stadt wenig überraschend.

Zum einen sorgt die anhaltende Niedrigzinsphase dafür, dass sehr wenige Investoren öffentliche Gelder in Anspruch nehmen, so dass sie ihre Wohnungen preisgebunden vermieten müssen, zum anderen sorgt die Einstufung der Stadt in die Mietstufe zwei von vier (eins: günstigste; vier: teuerste) dafür, dass Investoren andernorts zu wirtschaftlich attraktiveren Konditionen vermieten können. Bereits 2025 könnte die Zahl der mietpreisgebundenen Wohnungen in der Stadt daher unter die Marke von 2000 fallen.

Das Sozialamt geht derweil davon aus, dass aktuell 60 bis 70 Prozent der Dürener Bevölkerung Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein und damit auf eine öffentlich geförderte Wohnung hat. Die Einkommensgrenze liegt bei einem Einpersonenhaushalt bei 18.430 Euro, bei einem Zweipersonenhaushalt bei 22.210 Euro.

Bau- und Sozialverwaltung der Stadt sind sich einig, dass die Situation nur verbessert werden kann, wenn Wohnungsbau-Investoren in Düren höhere preisgebundene Mieten erzielen können, das heißt: Die Stadt müsse von der Landesregierung in die Mietstufe drei hochgestuft werden.

Stefan Weschke (CDU) warnt aber schon einmal davor, keine neuen Großwohnanlagen für Sozialhilfeempfänger zu ermöglichen. Die wären kontraproduktiv und würden nur noch mehr Sozialhilfeempfänger anlocken. Ulf Opländer (SPD) plädiert für einen ausgewogenen Mix aus hochwertigen und bezahlbaren Wohnungen., Baudezernent Paul Zündorf erklärt, dass Ankauf und Sanierung von Problemimmobilien keine Alternative sei.

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