Düren - Schwerer Betrug: Ist Angeklagter Kopf einer Bande?

Schwerer Betrug: Ist Angeklagter Kopf einer Bande?

Von: Hartmut Prüss
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Das Schöffengericht beschäftigt sich mit dem Prozess eines 46-Jährigen, der wegen schweren Betrugs angeklagt ist.

Düren. Drei Wohnungseinbrüche stehen im Mittelpunkt eines Prozesses, der derzeit vor dem Schöffengericht in Düren stattfindet. Ein 46-Jähriger steht nur wegen schweren Betrugs vor Gericht. Er bestreitet die Tatvorwürfe.

Der Angeklagte, der aus Bosnien-Herzegowina stammt, aber mit seiner Familie seit mehreren Jahren in Düren wohnt, bestreitet die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Ungeachtet dessen hat das Oberlandesgericht in Köln erneut einen Haftbefehl gegen den Mann erlassen, so dass er auch zum zweiten Prozesstag aus der U-Haft dem Gericht vorgeführt wurde. Die Anklagebehörde hält ihn nämlich für den Kopf einer Diebesbande, die in Lendersdorf, Schmidt und Thum Einbrüche verübt haben soll.

Zur Erinnerung: Am ersten Prozesstag standen 34 Betrugsfälle aus den Jahren 2009/2010 im Mittelpunkt, die der 46-Jährige ebenfalls leugnet. Eine 62 Jahre alte Frau sagte aus, von dem Mann und Angehörigen seiner Familie um mehr als 120.000 Euro betrogen geworden zu sein.

Verfolgungsjagd

Diesmal lag das Augenmerk dagegen auf drei Einbruchsdiebstählen im Spätherbst 2013. Er sei zwar noch am Tag eines Wohnungseinbruchs in Nideggen von der Polizei kontrolliert worden, jedoch nur Insasse eines Pkw gewesen, nachdem er „betrunken“ von einem Familientreffen gekommen sei. Von dem Einbruch wisse er gar nichts. Andere Erinnerungen hatten zwei Kripobeamte.

Einer von ihnen unterstrich, dass die behauptete Alkoholisierung auszuschließen sei. Das hätte er bemerkt und dann wäre auch eine Blutabnahme angeordnet worden. Während einer Verfolgungsfahrt mit dem später kontrollierten Fahrzeug zwischen Nideggen und Brück seien mehrere Gegenstände aus dem Pkw geworfen worden. Später habe die Polizei dort einen Schraubendreher, Handschuhe und diverse Parfüm-Fläschchen gefunden, die offenbar von dem Tatort in Schmidt stammten. Zudem erklärte ein Beamter, man habe das Fahrzeug zuvor observiert und es seien Gespräche der Insassen abgehört worden.

Weitere Prozesstermine

Zu Wort während der Verhandlung kamen auch drei Zeuginnen, die damals Opfer der Einbrüche waren. Emotional mitgenommen war eine 53-Jährige, weil die Täter neben zwei Handys und Schmuck auch den Ehering ihres verstorbenen Ehemanns gestohlen hatten.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange hat drei weitere Prozesstermine festgelegt: Diese sind am 9. und 28. November sowie am 9. Dezember.

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