Thum - Schweinemast in Thum: „Kunden tragen Verantwortung”

Schweinemast in Thum: „Kunden tragen Verantwortung”

Von: smb
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Diskutierten über Tierhaltung
Diskutierten über Tierhaltung: Kreisbauernvorsitzender Erich Gussen, Moderatorin Gudrun Zentis, Grünen-Politiker Norwich Rüße, Astrid Hohn (Bürgerinitiative) und Tierschützer Jürgen Plinz (v.l.). Foto: Berners

Thum. Die geplante Schweinemastanlage in Thum haben die Kreuzauer Grünen und ihr Kreisverband zum Anlass für eine Podiumsdiskussion „Gegen Massentierhaltung, für bäuerliche Landwirtschaft” in der Thum-Arena genommen.

Gudrun Zentis moderierte die Runde mit Astrid Hohn (Bürgerinitiative Pro Thum/Grüne Kreuzau), Norwich Rüße (Grünen-Politiker und Bio-Landwirt im Kreis Steinfurt), Jürgen Plinz (Tierschutzverein) und Erich Gussen (Vorsitzender Kreisbauernschaft). Gut zwei Dutzend Zuhörer waren in die Arena gekommen.

„Ertrage es nicht”

Anders als es einige Bürger im Auditorium erwartet hatten, sollte es an diesem Abend nicht speziell um die Situation in Thum gehen, sondern um die Position der Grünen, um Wahlkampf. Und so entwickelte sich eine Debatte, die weit über die Problematik im Kreuzauer Ortsteil hinausging. Es wurde über ethische, politische und wirtschaftliche Fragen und Tiertransporte durch Europa diskutiert.

„Jeder von uns setzt mit seinem Verhalten einen Produktionsprozess in Gang”, sagte Tierschützer Plinz. „Viele wollen Fleisch zu 3,99 Euro pro Kilo, aber keiner will diese Ställe.” Auch Rüße sieht den Kunden in der Verantwortung: „Aber die Politik muss zum Beispiel tierschutzrechtliche Dinge selbst regeln und Standards setzen.”

Kritik übten er und Hohn unter anderem an der Haltung der Tiere auf Spaltenböden. Mit bäuerlicher Landwirtschaft habe diese „Schweinefabrik”, sagte Hohn, nichts zu tun. „Ich ertrage die Vorstellung nicht, wie die Tiere in solchen Anlagen gehalten werden sollen.”

Kreisbauernvorsitzender Erich Gussen erläuterte, dass gegen Betriebe dieser Größenordnung nichts einzuwenden sei, kritisierte jedoch das Investoren-Modell. Lieber sähe auch er einen Familienbetrieb in Thum.

Einigen Zuhörern war die Debatte zu wenig ortsbezogen. Sie wünschten sich Aussagen zur Situation in Thum. Hohn legte dar, wo nach der Meinung der Initiative Auflagen nicht ausreichend erfüllt würden und die Genehmigungsbehörde, der Kreis Düren, aber auch der Landesbetrieb Straßen NRW kritischer sein müssten. „Die Gesetze müssten sich ändern, damit es keine weiteren Zuchtanlagen mit 1400 und mehr Tieren gibt und wir Handlungsspielraum haben”, sagte Hohn.

„Wenn dem Investor nicht das Geld ausgeht, wird in Thum diese Mastanlage gebaut”, sagte Plinz. Er ermutigte die Initiative, weiterhin aktiv zu sein und immer wieder bei den Behörden vorzusprechen und Dinge einzufordern, um die Anlage so teuer wie möglich zu machen.
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