Schultaschen für syrische Kinder im Libanon packen

Von: sj
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Dr. Zouhair Halabi (rechts) und Schirmherr Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren, werben um Unterstützung für ein Spendenprojekt für syrische Flüchtlingskinder. Foto: Stephan Johnen

Düren. Während das Thema Flüchtlinge und deren Unterbringung sowie Versorgung in Europa und Deutschland die Medien beherrscht, tobt in Syrien weiter ein blutiger Bürgerkrieg, der nur noch selten in den Nachrichten auftaucht.

„Die Not der Menschen in Syrien und in den Flüchtlingslagern der Nachbarstaaten gerät zunehmend ins Schattendasein“, sagt Dr. Zouhair Halabi von der Initiative Dürener Syrienhilfe. Der in Düren lebende Mediziner, der sich jüngst im Libanon ein Bild von der Lage gemacht hat, warb am Freitag die Menschen an der Rur um Unterstützung für ein konkretes Projekt. Mit der neuen Aktion „Schultaschen für syrische Flüchtlingskinder“ soll in Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative „Syrische Bildungskommission in Libanon“ Flüchtlingskindern im Libanon der Besuch einer staatlich anerkannten Schule ermöglicht werden. 30 Euro seien dafür pro Kind nötig.

Es ist bereits das zweite Hilfsprojekt dieser Art. Seit drei Jahren sammelt die Initiative unter Schirmherrschaft von Dürens Bürgermeister Paul Larue Geld- und Sachspenden, um syrischen Flüchtlingskindern eine schulische Ausbildung ermöglichen zu können. Im vergangenen Jahr kamen etwa 30.000 Euro zusammen, die St.-Angela-Schule und die Katholische Grundschule Merzenich hatten die Initiative unterstützt.

„Mit dem ‚Deutsch-Syrischen Verein zur Förderung der Freiheiten und Menschenrechte‘ haben wir Dank dieser Spenden in Flüchtlingslagern Unterricht ermöglichen können“, berichtet Halabi. Da der Libanon die Flüchtlinge nur dulde, aber nicht als Flüchtlinge anerkenne, gebe es vor Ort kaum Unterstützung. Die Kinder würden zwar unterrichtet, die Abschlüsse aber nicht anerkannt. Vor Ort werde versucht, diese Anerkennung zu erreichen, das Projekt laufe weiter. Mit der neuen Aktion soll parallel aber Kindern ermöglicht werden, auch direkt Schulabschlüsse an libanesischen Schulen zu erhalten. Schulgeld, Unterrichtsmaterialien und Transportkosten müssen komplett privat finanziert werden.

„Wir möchten uns bei allen Menschen, die uns bisher geholfen haben, herzlich bedanken“, sagte Halabi. Bürgermeister Paul Larue ist überzeugt, dass auch weiterhin Menschen bereit sind, die Projekte der Initiative zu unterstützen. Er könne sich gut vorstellen, dass über die Stadtgrenzen hinaus Schulen beispielsweise Benefizaktionen organisieren, um syrische Flüchtlingskinder zu unterstützen.

Die Initiative Dürener Syrienhilfe plant ihrerseits, ein Kulturfest zu veranstalten, an dem syrische Schriftsteller teilnehmen können. Für den Winter werde der Kontakt zu den Kirchen und Moscheen gesucht, um erneut ein interreligiöses Friedensbittgebet organisieren zu können.

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