Düren - Schulschließung bleibt für CDU indiskutabel

Schulschließung bleibt für CDU indiskutabel

Von: Jörg Abels
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Aus Sicht der CDU soll auch das Rurtal-Gymnasium erhalten bleiben und nicht zu einer Oberstufen-Dependance einer Xl-Gesamtschule werden. Foto: Abels
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Sehen keinen Grund für Veränderungen an Dürens Schullandschaft: Thomas Floßdorf, Stefan Weschke und Hermann-Josef Geuenich (v.l.). Foto: Abels

Düren. „Jede Veränderung in der Schullandschaft wäre mit der Schließung von mindestens einer Schule verbunden und ist mit uns nicht zu machen.“ Knapp zwei Wochen bevor der Schulentwicklungsplaner seine Empfehlungen aus den 2015 erhobenen Daten am 3. November im Rathaus öffentlich vorstellt, bezieht die CDU-Fraktion im Stadtrat um ihren Vorsitzenden Stefan Weschke bereits klar Position.

Damit löst sich die Hoffnung der „Ampel“-Koalition in Luft auf, Veränderungen mit breiter politischer Mehrheit beschließen zu können. Die CDU bleibt bei ihren im Kommunalwahlkampf 2014 und bei der Bürgermeisterwahl 2015 gemachten Versprechen und sieht sich in den aktuellen Anmeldezahlen bestätigt. Das heißt im Grundschulbereich: Festhalten am Prinzip „Kurze Beine, kurze Wege.“ Wo es eng wird, sollen weiterhin Schulverbände eine wohnortnahe Beschulung der Jüngsten sicherstellen, ohne dass sie mit Bussen fahren müssen.

Als mögliche Beispiele nennt die CDU einen Verbund Hoven, Merken, Echtz, aber auch eine Zusammenlegung von Pesch- und Nikolausschule in den Räumen der auslaufenden Cornetzhofschule. Darüber hinaus fordert die CDU im Grundschulbereich einen massiven Ausbau der Ganztagesplätze von derzeit etwa 650 auf 1000, orientiert am aktuellen Betreuungsbedarf in den Kitas, betont der Vorsitzende Thomas Floßdorf. „Diesen Bedarf hat die ‚Ampel‘ bislang überhaupt nicht auf dem Schirm. Das ist aus unserer Sicht Schulentwicklung.“

Überhaupt keinen Grund für Veränderungen sehen die Christdemokraten im Bereich der weiterführenden Schulen, zumal „sich die Eltern klar gegen die von der SPD geforderten Sekundarschulen ausgesprochen haben“, betont der schulpolitische Sprecher der CDU, Hermann-Josef Geuenich. „Wir wollen alle Schulen solange erhalten, bis die Eltern anders entscheiden“, wiederholt Geuenich den bekannten CDU-Standpunkt und verweist darauf, dass sich die bisherigen Prognosen des Schulentwicklungsplaners schlichtweg nicht bewahrheitet hätten. Beispiel Realschule Bretzelnweg: Hier würde der Planer auf Dauer von einer Zweizügigkeit ausgehen, tatsächlich aber wurden im laufenden Schuljahr 102 Schüler in vier Klassen aufgenommen.

Eine klare Position nimmt die CDU auch in Puncto „Rurtal“ ein. Sie erteilt Überlegungen, das kleinste der fünf Dürener Gymnasien zu schließen und zur Oberstufen-Dependance einer erweiterten Heinrich-Böll-Gesamtschule zu machen. Zum einen werde das „Rurtal“ mit aktuell 58 Fünftklässlern als einziges Ganztags-Gymnasium weiterhin ausreichend von den Schülern nachgefragt, zum anderen gebe es überhaupt keinen Bedarf für eine XL-Gesamtschule mit vielleicht sieben Klassen pro Jahrgang.

Selbst der Schulentwicklungsplaner geht davon aus, dass das Potenzial vor allem aus bisherige Real- und Hauptschülern bestehe, es aber an potenziellen Gymnasiasten fehle, erklärt Geuenich. Damit würde nicht nur die in einer XL-Gesamtschule benötigte Mischung fehlen. Auch für eine dritte Gesamtschule gebe es keinen Bedarf. Geuenich verweist darauf, dass in diesem Sommer an an der Böll-Gesamtschule nur deshalb 25 Schüler abgewiesen werden mussten, weil der Schule aufgrund von Baumaßnahmen im laufenden Schuljahr einmalig eine Klasse weniger zur Verfügung steht. Und der Überhang der Anne-Frank-Gesamtschule habe auch nur bei 16 Schülern gelegen.

Sollte die „Ampel“ dennoch eine XL-Gesamtschule mit Dependance am jetzigen „Rurtal“ beschließen, würde das nur die bestehenden Haupt- und Realschulen gefährden, die aus Sicht der CDU hervorragende Arbeit leisten, insbesondere auch beim Thema Inklusion.

„Wir wollen, dass Düren Schulstadt für die ganze Region bleibt“, betont Weschke abschließend mit Blick auf die Einpendlerquote von derzeit 35 Prozent. „Daher brauchen wir weiterhin auch die bewährte Vielfalt in unserer Schullandschaft.“

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