Schulentwicklungsplan bleibt weiter Thema

Von: Jörg Abels
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SPD und Grüne gehen in puncto Schulentwicklungsplanung in die Offensive. Sie fordern eine vertiefende Bestandaufnahme zur Diskussion auch von Sekundarschul- und Inklusionskonzepten. Foto: stock/Emil Umdorf

Düren. Zwei Jahre sind seit der Vorstellung des kreisweiten Schulentwicklungsplans vergangen. Doch trotz konkreter Handlungsempfehlungen auch für die Stadt Düren sei am wichtigsten Schulstandort des Kreises bislang außer der Gründung eines Arbeitskreises Schulentwicklung nichts geschehen, kritisieren SPD und Grüne.

Weder die vom Schulentwicklungsplaner empfohlene Gründung von zwei bis drei Sekundarschulen sei thematisiert worden noch die angesichts rückläufiger Schülerzahlen mittelfristig wohl unabwendbare Schließung eines der fünf Gymnasien.

Während andernorts längst Sekundarschulen gegründet wurden, die nach Erkenntnissen von Rot-Grün auch schon erste Schüler aus Düren anlocken, herrsche im Rathaus Stillstand, halte die Dürener CDU starr am dreigliedrigen Schulsystem fest, ärgert sich Verena Schloemer (Grüne). „Es gibt überhaupt keine Konzepte für die Zukunft der Dürener Schullandschaft“, kritisiert Dagmar Nietan (SPD), nur punktuelle Rettungsmaßnahmen wie im Fall der GHS Gürzenich (siehe Info), ergänzt ihr Fraktionschef Henner Schmidt. Gebraucht würden aber keine Modelle, die das Überleben für ein Jahr sicherten, sondern die eine langfristige Perspektive bieten.

Mit einem gemeinsamen Antrag im Stadtrat wollen beide Parteien die aus ihrer Sicht längst überfällige Debatte neu beleben. „Es geht uns nicht darum, Schulen zu schließen“, macht Henner Schmidt dabei unmissverständlich deutlich. „Wir wollen die Dürener Schullandschaft leistungsfähig halten.“ Schmidt und seine Mitstreiter fordern ein Gesamtkonzept auf der Basis einer vertiefenden Bestandsaufnahme der Dürener Schullandschaft und aktueller Zahlen, die das schon mit der Schulentwicklungsplanung des Kreises beauftragte Bonner Büro erstellen soll.

Darin soll nicht nur konkret das Wahlverhalten der Grundschuleltern abgefragt werden, sondern auch den besonderen Anforderungen der Inklusion Rechnung getragen werden, auch unter Berücksichtigung neuer oder alternativer Schulformen. Bruno Voß (Grüne) weist zudem auf das spezielle Wahlverhalten ausländischer Eltern hin, das ebenso berücksichtigt werden müsse.

SPD und Grüne fordern, dass die Experten als Grundlage einer politischen Diskussion zwei mögliche Szenarien für die Gründung von Sekundarschulen aufzeigen, beispielsweise in Form einer Nord- und einer Südvariante. „Wir wollen objektive Hilfestellung von Außen“, betont Schmidt, dass die Frage der Schullandschaft nicht zum Wahlkampfthema werden dürfe. „Wir müssen weg von der Ideologie“, fordert auch die designierte SPD-Bürgermeisterkandidatin Liesel Koschorreck. „Schulentwicklungsplanung kann nur im Konsens erfolgen.“

SPD und Grüne hoffen, im Stadtrat mit ihrem Antrag auf offene Ohren zu stoßen, damit möglichst schon im kommenden Jahr Ergebnisse vorliegen und konkret über die Zukunft der Schullandschaft in Düren, über Standorte und Schulformen, gesprochen werden kann. „Wer Schule zum Wohle von Schülern, Lehrern und Eltern gestalten will, kann dies nicht abwartend und bloß reagierend tun, sondern muss selbst aktiv den Prozess initiieren und gestalten“, begründen sie abschließend ihren Vorstoß.

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