Schuldnerberatung: Energiearmut zunehmend problematisch

Letzte Aktualisierung:
7712896.jpg
Zur Übergabe des Jahresberichts trafen die Mitarbeiter der Schuldnerberatung mit Landrat Wolfgang Spelthahn zusammen und berichteten auch persönlich über ihre Arbeit. Foto: Kròl

Jülich. Prävention stand beim Jahresbericht 2013 der Schuldnerberatung im Kreis Düren im Mittelpunkt, denn der Vorbeugung und damit dem richtigen Umgang mit Geld hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich intensiv gewidmet. Dabei setzten sie ganz unten an und gingen bereits in Kindertagesstätten und Schulen, denn schon der Volksmund sagt: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“

Zur Vorstellung ihres Berichts hatten sich die Mitarbeiter der Schuldnerberatung, Vertreter des Kreistages und Landrat Wolfgang Spelthahn im Peter-Beier-Haus in Jülich eingefunden. Vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Jülich, das die Schuldnerberatung gemeinsam mit der Evangelischen Gemeinde zu Düren trägt, begrüßt Superintendent Jens Sannig die Gäste.

„Die Menschen sind trotz steigender Steuereinnahmen und steigender Konjunktur nach wie vor auf unsere Hilfe angewiesen. Ihr nehmt euch der Menschen an, gebt ihnen Perspektiven an die Hand, so dass sie gelöster und gestärkt wieder ins Leben gehen“, wandte sich Sannig an seine Mitarbeiter.

Von der ausgeweiteten Präventionsarbeit im vergangenen Jahr berichtete Präventionsfachkraft Claudia Ritter. An der Unterrichtsreihe „Fit in Finanzen“ für die Acht- bis Zehnklässler hatte man weiter gearbeitet und sich die Unterstützung von einigen Ehrenamtlern gesichert, die sich in Finanzen auskennen. Weiterhin hatte man sich an Grundschulen und Familienzentren gewandt und dort Informationsveranstaltungen für die Eltern angeboten, aber auch mit den Kindern gearbeitet. Von dieser Arbeit berichteten Monika Bohnen vom Familienzentrum Inden und Marlene Lennartz von der katholischen Einrichtung „Heilig Kreuz“ in Wollersheim. Den Kreislauf des Geldes hatten sie mit den Vorschulkindern besprochen, mit Eltern Fragen zu Taschengeld, dem Umgang mit Geld, über Konsumverhalten diskutiert.

Es hatte auch eine Veranstaltung mit den Erzieherinnen gegeben, bei der es um Konsumverhalten und die Wertigkeit von Materialien ging. Es wurde den Mitarbeitern der Kitas bewusst gemacht, dass sie auch in Sachen Geld eine Vorbildfunktion haben. Beide Erzieherinnen betonten, dass die Schuldnerberatung eine enorme Bereicherung für ihre Einrichtungen sei.

„Es ist richtig, so früh anzusetzen“, betonte auch Landrat Wolfgang Spelthahn. Wichtiger als die Übergabe des Jahresberichtes, so betonte er, sei das Gespräch das voraus gehe. Er sicherte der Schuldnerberatung auch weiterhin seine Unterstützung zu. Er hob hier auch noch das Engagement der Ehrenamtler hervor, und sowohl Claudia Ritter als auch ihre Kollegin Dietlinde Folger-Kastrau betonten, dass man mehr von ihnen gebrauchen könne. Es gäbe mehr Anfragen von Schulen und Kindertagesstätten, als man bewältigen könne.

Einen allgemeinen Überblick über die Arbeit der Schuldnerberatung gab Wolfgang Stobbe. 1806 Ratsuchende verbuchte man in Düren und Jülich. In 915 Fällen stand eine Insolvenz Beratung an, 305 Verfahren wurden eröffnet. Zunehmend, so Stobbe, ist derzeit die Zahl der Energieschuldner. So wurden in 2013 über 107 Liefersperren mit den Energiezulieferern verhandelt. So berichtete Stefanie Richter von einem runden Tisch Energiearmut, den man bereits gegründet habe und dem unter anderem auch die Energieanbieter sitzen. Energiearmut wird dann auch Motto des Aktionstages der Schuldnerberatungen sein.

Abschließend dankte auch Martin Gaevert von der evangelischen Gemeinde in Düren den Mitarbeitern. Er wies auf ein Jubiläum hin, das ihn eher nachdenklich stimmte. 20 Jahre wird die Schuldnerberatung im Kreis Düren alt. Abschließend betonte Landrat Wolfgang Spelthahn noch einmal, wie wichtig es sei, Schwachen Hilfe zu spenden. Bei dieser Aufgabe wolle der Kreis ein verlässlicher Partner sein. Kr.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert