Schul-Zusammenlegung: Grundschule Bergstein vor dem Aus

Von: Stephan Johnen
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Bereits im Frühjahr hatte es massive Proteste gegen die geplante Schulschließung gegeben. Jetzt soll ein Bürgerbegehren folgen. Foto: sj

Kleinhau. Die Grundschule Bergstein soll geschlossen werden. Den endgültigen Beschluss wird der Gemeinderat zwar erst im Oktober fällen, aber nach zuletzt monatelanger Diskussion hat sich das Kommunalparlament bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung am Donnerstagabend dazu durchgerungen, die Zusammenlegung Bergsteins und Vossenacks zum 31. Juli 2017 vorzubereiten.

Ab 1. August soll Bergsteiner Schülern „die Möglichkeit gegeben werden“. die Grundschule in Vossenack zu besuchen. Um die Schließung Bergsteins und die Zusammenlegung am Standort Vossenack vorzubereiten, soll Bürgermeister Axel Buch (CDU) unter anderem eine Stellungnahme des Schulamtes einholen, die Schulkonferenz und den Schulausschuss beteiligen und die Finanzierung prüfen lassen. Ein Gutachten beziffert allein die Umbaukosten in Vossenack, um die Voraussetzungen für einen gemeinsamen Standort zu schaffen, auf rund 370.000 Euro. Ohnehin stehen Kosten für Sanierung, Inklusion und Brandschutz in Höhe von knapp einer Million Euro im Raum.

„Wir wollten Bergstein schließen, um 40.000 Euro pro Jahr zu sparen. Jetzt reden wir über solche Investitionen, das kann ich nicht nachvollziehen“, äußerte CDU-Ratsherr Helmut Rößeler sein Unverständnis. Seine Parteifreundin Ruth Wirtz stellte die Sinnhaftigkeit dieses Unterfangens in Frage und forderte den Erhalt aller drei Grundschulstandorte und den Beginn der Planung eines neuen, zentralen Grundschulzentrums in Kleinhau.

Die im Rat lebhaft geführte Diskussion über einen zentralen Standort für alle Schulen, fand schließlich als eine Art Randnotiz Berücksichtigung im Beschluss. Der Rat hat sich dazu verpflichtet, im Rahmen der weiteren Haushaltsberatungen „intensiv über einen zentralen Grundschulstandort für die Gemeinde Hürtgenwald nachzudenken“. Der Beginn einer verbindlichen Planung sieht anders aus.

Kein Verständnis für diese Entscheidung haben die Mitglieder der Bürgerinitiative „Pro Grundschule Bergstein“ (BI). Sprecherin Britta Stockheim kündigte an, in jedem Fall mit einem Bürgerbegehren gegen die Schließung des Standortes Bergstein kämpfen zu wollen. „Wenn jetzt argumentiert wird, dass die Lehrerversorgung nicht garantiert werden kann, ist das ein generelles Problem in Nordrhein-Westfalen“, kritisierte Britta Stockheim die NRW-Schulpolitik. Auch die BI setzt sich für den Erhalt des Status quo ein, kann sich aber auch ein zentrales Schulzentrum vorstellen.

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