Schützenstraßen-Park: „Ampel“-Pläne stoßen nicht auf Begeisterung

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Hinterhof-Charme: Der Parkplatz an der Schützenstraße wird aufgrund seiner zentralen Lage gut frequentiert. Foto: Jörg Abels

Düren. Grünfläche statt Parkplätzen an der Schützenstraße? Das Wahlkampfversprechen der Grünen, das die „Rote Ampel“ im Stadtrat bis Jahresende umsetzen will, stößt nicht nur bei CDU und Einzelhandel auf Widerstand. Auch die DZ-Leser sehen das Vorhaben mehr als kritisch.

„Eine weitere Grünfläche an dieser zu kleinen und unattraktiven Stelle ist überflüssig, da in der Nähe genügend Grünflächen vorhanden und mit wenigen Schritten zu erreichen sind“, schreibt Anita Ruland.

Groß ist die Angst, ein Park könnte die Kriminalität anlocken. Matthias Schumacher schreibt mit einer Portion Ironie: „Der Vorschlag der Grünen sollte wohlwollend in Erwägung gezogen werden, denn in Düren wird dringend noch ein Drogenumschlagplatz in der Innenstadt benötigt.“ Auch Dieter Minkhart fragt sich, „wie man sicherstellen will, dass ein Park in dieser Lage nicht als Treffpunkt von Dealern und anderen dunklen Gestalten genutzt wird, nachdem das schon bei den bestehenden Parks nicht gelingt?“ Renate Schüßeler befürchtet, dass an der Schützenstraße auch Bäume für einen Park gefällt werden müssen. „Aber darüber schweigt man bisher.“

Auch glaubt sie, dass Bänke verwüstet und wieder abmontiert werden müssten: „Dieses Exempel hat man in Düren ja an verschiedenen Straßen und in Anlagen schon statuiert.“ Dass Grünflächen schnell durch Vandalismus verkommen, merkt auch Ralph Caster an. Er stellt fest, „dass der daraus resultierende Pflegeaufwand nicht zu rechtfertigen wäre“. Auch er sieht die Gefahr, „dass sich Stadtstreicher und Junkies einnisten, also ein zweiter Langemarckpark droht“.

Das Thema Finanzen greift Ex-Sparkassen-Vorstand Professor Dr. Herbert Schmidt auf. „Das Grundstück Schützenstraße erwirtschaftet jährlich rund 110.000 Euro Beim derzeit niedrigen Zinsniveau von etwa einem Prozent, muss man elf Millionen Euro anlegen, um den gleichen Betrag zu erzielen. Wer einen solchen Vermögensgegenstand aufgibt, hat von Wirtschaften keine Ahnung.“ Schmidt fragt sich, in welcher Schublade denn die vor Jahren von der SPD veröffentlichte Broschüre mit vielfältigen Ideen für die Schützenstraße verschwunden ist.

„Ein Park an der Schützenstraße ist so überflüssig wie ein Kropf. Die SPD als großer Partner in der Ampel ist gut beraten, nicht jeden Unfug der Kleinen mitzumachen“, schreibt Schmid. Er spricht von „reinem Aktionismus“ und von „Vergeudung wertvollster Fläche“, nur vom „Gedanken getrieben, bis zur Bürgermeisterwahl wahrnehmbar etwas ändern zu wollen“.

Maria Steffens fährt einen für den Rollstuhl ihres Sohnes umgebauten Transit, mit dem sie aufgrund der Höhe in kein Parkhaus fahren kann. Sie parkt deshalb oft an der Schützenstraße. „Vielleicht sollten die Damen und Herren der ‚Ampel‘ mal einen schweren Rollstuhl durch die Stadt schieben, um zentrumsnahe Parkplätze schätzen zu lernen“, schlägt sie deshalb vor.

Ute Schüßeler fragt sich, wie die Parkplätze an der Schützenstraße, die auf dem Hoeschplatz, der laut Masterplan bebaut werden soll, und an der Weierstraße bei einer Erweiterung der Fußgängerzone denn kompensiert werden sollen. Fahrrad und Bus sind für sie keine Alternative, schon gar nicht bei „großen“ Einkäufen: „Also gehe ich zum Einkaufen ins Internet oder auf die ‚grüne Wiese‘.“ Sie befürchtet, dass der eine oder andere Einzelhändler den gleichen Weg nehmen wird. „Damit haben wir dann noch mehr Leerstand in der Innenstadt oder die Stadt verramscht weiter durch Billigläden.“

Den AfD-Vorschlag einer Einkaufsgalerie unter Einbeziehung des Kaufhofes und der Wirtelstraße wäre aus Sicht von Ralph Caster eine Lösung für die Schützenstraße, „die der Stadt städtebaulich und wirtschaftlich gut tun könnte“. Realistisch sei die nicht wirklich neue Planung aufgrund der zersplitterten Eigentumsverhältnisse rund um das städtische Areal aber nicht. Eigentümer, die hohe Einnahmen aus der Parkplatzvermietung erzielen könnten, hätten wohl kein wirkliches Interesse, an städtebaulichen Lösungen mitzuwirken.

Tenor bei Ute und Renate Schüßeler: Die Politik sollte in der Stadt keine neuen Baustellen schaffen, bevor andere wie die Stadthalle nicht abgeschlossen sind.

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