Düren - Schützenstraße: „Ein Stück Niemandsland in der Stadt”

Schützenstraße: „Ein Stück Niemandsland in der Stadt”

Von: Stephan Johnen
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Hinterhof, Parkplatz oder schmucke Vorderseite? Studenten der FH Köln haben sich mit der Schützenstraße auseinandergesetzt und Vorschläge für die Aufwertung des Areals erarbeitet. Foto: Johnen

Düren. Die Schützenstraße ist aus Sicht der Dürener SPD nicht gerade die Visitenkarte der Stadt. Vom „Charme eines Hinterhofs” spricht Fraktionsvize Ulf Opländer. Jedenfalls ist die Situation kein Zustand für die Ewigkeit, finden die Sozialdemokraten.

Auf Einladung der Fraktion haben daher Studenten des Instituts für Städtebau der Fachhochschule Köln das Areal untersucht und vier Vorschläge für eine Neugestaltung entwickelt. Diese sind am Donnerstag von Professor Jürgen von Brandt und SPD-Fraktionschef Henner Schmidt im Rathaus vorgestellt worden.

„Es ist die Aufgabe von kommunaler Politik und Verwaltung, mit Vorschlägen, die städtebauliche Ziele definieren und Entwicklungspotenziale aufzeigen, an die Bürgerschaft heranzutreten”, sagte Henner Schmidt. In einem „offenen Prozess” sollen Architekten, Bürger und Fachleute Stadtentwicklung vorantreiben.

Gerade in Zeiten leerer Kassen gelte es, die Pläne für die Zeit zu entwickeln, in denen sich die Kassen wieder füllen. „Stadtentwicklung ist eine Aufgabe der Gemeinschaft. Wir sollten sie nicht den Investoren überlassen, wir müssen von der Fremdbestimmung wegkommen”, forderte Schmidt. Gerade an der Schützenstraße gelte es zudem, eine geeignete Form des Gedenkens an die ehemalige Synagoge zu finden.

Zu tun gibt es jedenfalls aus Sicht der Studenten einiges. Professor von Brandt beschreibt die Ausgangssituation wie folgt: „Die Schützenstraße ist ein Stück Niemandsland in der Stadt, sie ist ein Unort.” Weil dort viel Raum brachliege, werde er als Parkplatz genutzt. Das Chaos organisiere sich selbst. „Sie müssen wissen, ob sie die Straße wie früher als Hinterseite der Stadtmauer oder Vorderseite betrachten”, sagte er.

Die vier Entwürfe der Studenten sehen die Straße jedenfalls als Vorderseite, die aufgewertet werden muss. Zugleich werden die Reste der Stadtmauer herausgearbeitet, und in einem Entwurf wird mittels sogenannter „Geschichtskuben” die Geschichte des Ortes erfahrbar. Angedacht ist zum Teil eine Neubebauung, die die städtebaulichen „Zahnlücken” behutsam schließt und zugleich einen öffentlichen Platz schafft.

In den neuen Gebäuden könnten im Obergeschoss Wohnungen, Büros und Praxen, im Untergeschoss Gewerbetreibende Platz finden. So könnte die Durchlässigkeit zur Fußgängerzone erhöht und das Areal deutlich aufgewertet werden.

Der Wegfall des städtischen Parkplatzes würde einen Verlust von 100.000 Euro im Stadtsäckel bedeuten, rechnete Henner Schmidt vor. Mit dem Neubau an der Post stehe aber ausreichend Parkraum zur Verfügung. „Zum Nulltarif gibt es Entwicklungen nicht”, sagt Schmidt. Ein konkreter Investor für das Areal sei zwar nicht vorhanden, die SPD will mit den Vorschlägen der Studenten aber ein Zeichen setzen und das Interesse potenzieller Investoren an Düren wecken. Er lädt alle Bürger ein, sich am Gestaltungsprozess zu beteiligen.

Der kostenlose Katalog mit den Entwürfen liegt im Fraktionsbüro der SPD im Rathaus aus und kann unter 02421/252244 bestellt werden.
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