Schützen sollen Flüchtlinge integrieren

Von: Bruno Elberfeld
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Vor der Linde auf dem Nideggener Markt fügten sich die Schützen, Gekrönte, Geehrte, Festredner, Ehrengäste und Neu-Schützen in eine eindrucksvolle Kulisse. Foto: Bruno Elberfeld

Nideggen. Die Festrede beim Winterfest des St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft im Nideg-gener Ratskeller hielt Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

„Schützenpflicht“, so eröffnete der Politiker seine Rede, „war vor Hunderten von Jahren die Pflicht am Schützenfest teilzunehmen.“ Die Strafe für das Fernbleiben: Der Übeltäter musste in einer Tonne voller Wasser seinen Mitbürgern beim Biertrinken zuschauen.

Für Rachel dokumentieren die vielen Kriege und der unsägliche Terror auf dem Globus, wie verwundbar die freiheitlichen Demokratien dieser Welt sind. Das heiße aber für jeden Demokraten, die eigene Freiheit, Werte wie Toleranz, Menschenliebe und Menschenrechte mit den Mitteln zu verteidigen, die demokratischen Ordnungen zu Verfügung stehen.

„Wir dürfen es nicht zulassen“, appellierte der Redner an die Schützenbrüder, „dass Menschen, weil sie eine andere Hautfarbe, eine andere Religion, eine andere Kultur haben, ausgestoßen werden.“ Eine Islamisierung unserer abendländischen Kultur, stellte Rachel fest, entspringe nur Gehirnen, die eine andere Welt wollen.

Die „Schützenhilfe“ der Schützenbruderschaften müsse darin bestehen, aktuelle Flüchtlinge zu integrieren. Denn auch diese Menschen, traumatisiert von Folter und Tod, bräuchten einen Platz, wo sie sich Zuhause fühlen könnten. „Machen wir aus dem Netz der sozialen Fernwärme mit Internet & Co. wieder eine Gesellschaft, wo jeder seine Lebensmitte findet!“, sagte Rachel.

Hoffnung auf neues Heim

Begrüßt worden waren die Gäste von Schützenchef Siegfried Schröder. Schröder blickte auf die Ereignisse des vergangenen Jahres zurück und wagte einen Ausflug ins Jahr 2015, in dem die Schützen auf ein Heim hoffen.

Während des Festabends wurden viele Mitglieder geehrt. Die amtierenden Könige Bernd Naas und Hans-Arno Reuter erhielten den Königsorden des Jahres 2014. Paul Braun und Heinrich Tingart wurden mit einem Präsent für ihre Königswürde vor einem halben Jahrhundert gelobt. Der Lohn für je 60 Jahre Mitgliedschaft war für Leo Becker und Walter Neidhöfer die kleine Ehrennadel.

40 Jahre dabei sind Berthold Claßen, je 25 Jahre Heinz Marquis und Georg Schäfer. Und dann gab es noch viele Ehrungen für die langjährige Mitgliedschaft im Offizierscorps. Neu aufgenommen in das Corps wurden Henrik Macherey, Sebastian Schmidt und Frank Schüsseler.

Ein Höhepunkt war die Aufnahme von zwölf neuen Mitgliedern, nach Aussage des Schützenchefs ein Rekord. Bezirksbundesmeisterin Anni Kurth verlieh Alexander Kostromski im Auftrag des Bundesverbandes den „Hohen Bruderschaftsorden“ für bald 60 Jahre aktive Mitgliedschaft in der Bruderschaft, 33 Jahre als Offizier. Musikalisch gestaltet wurde das Fest vom Tambourcorps Edelweiß Berg und dem Musikverein Vlatten.

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