Schüsse an der Tankstelle: Revision auch gegen neues Urteil

Von: wos
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In der Neuauflage des Prozesses gegen Taner und Sener S. hat das Aachener Landgericht am Dienstag ein erneutes Urteil gesprochen. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa

Aachen/Düren. Es war wieder einmal eine Frage der Familienehre, die vor einer Schwurgerichtskammer am Aachener Landgericht aufgerollt und erneut entschieden werden musste. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte den Fall der beiden Dürener Brüder Taner und Sener S. (39 und 33 Jahre alt) an das Landgericht zurückverwiesen.

Die Brüder hatten am Heiligabend 2010 vor einer Tankstelle in Düren den Ziehvater einer Ex-Freundin des älteren Bruders Taner S. getroffen und niedergeschossen. Vorangegangen war einige Wochen zuvor ein Angriff des jetzigen Opfers auf den jüngeren Bruder, der dabei Messerstiche davongetragen hatte.

Weil beim erneuten Aufeinandertreffendes Trios Taner S. im Beisein des jüngeren Bruders seinen Kontrahenten Hayati A. ins Bein und in die Hüfte geschossen hatte, verurteilte eine Schwurgerichtskammer beide zu dreieinhalb Jahren Haft.

Der BGH hatte dieses Urteil von 2012 insbesondere mit Blick auf den jüngeren Bruder Sener S. wieder aufgehoben – unter anderem, weil dieser nicht geschossen hatte. Doch auch er hatte einen Schlagstock dabei, den er auch einsetzte.

So wurde Sener S. jetzt von einer anderen Schwurgerichtskammer nicht mehr wegen versuchten Totschlags, sondern – wie vom BGH gefordert – wegen gefährlicher Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Bei seinem älteren Bruder blieb es bei den dreieinhalb Jahren Haft. Wegen der überlangen Verfahrensdauer von jetzt rund sechs Jahren werden für beide acht Monate Haft abgezogen. Die Anwälte haben allerdings erneut Revision eingelegt; es wird also eine weitere Neuauflage des Prozesses geben.

Das damalige Opfer Hayati A. war vom Aachener Schwurgericht bereits im Januar 2015 wegen der Messerstiche auf Sener S. zu drei Jahren Haft verurteilt worden, die er noch verbüßt.

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