Schüler nehmen das Angebot der Ausbildungspaten nicht an

Von: Julian Loevenich
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Stellten jetzt in Düren ihr neues Konzept vor und suchen weitere Paten: Norbert Hommes und Elisabeth Brack (2.v.l.) von der Katholischen Arbeiterbewegung mit erfahrenen Ausbildungspaten. Foto: Julian Loevenich

Mariaweiler. Dort, wo Lehrern oftmals die Zeit fehlt, wo die Politik gezwungenermaßen einen Sparkurs fahren muss, dort setzen sie an: so genannte Ausbildungspaten. An der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) in Mariaweiler verfolgt man dieses Konzept schon seit 2007.

Der Gedanke dahinter ist simpel: Für hilfsbedürftige Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen sollen kostenlos Paten zur Verfügung gestellt werden - die selbst schon langjährige Ausbildungs-, Berufserfahrung haben - und somit den Jugendlichen helfen, sich zu orientieren, für sich den richtigen Weg zu finden. Das einzige Problem dabei scheinen die Schüler zu sein.

„...worum es im Leben geht.“

Einer der langjährigen Paten, Horst Brand, formuliert es so: „Die Schüler kapieren einfach nicht, worum es im Leben geht.“ In den letzten Jahren nahm an der AFG das Interesse der Schüler immer weiter ab, einmal wurde für 17 ausgewählte Jugendliche, die Hilfe nötig gehabt hätten, eine Informationsstunde veranstaltetet. „Keiner von denen hat sich hinterher gemeldet. Die waren nur froh, dass Unterricht ausgefallen war“, berichtet Norbert Hommes, Abteilungsleiter II. Das soll sich jetzt ändern. Größere Geschütze werden aufgefahren, neue Wege gesucht. Unterstützt wird das Projekt von der Agentur für Arbeit, der katholischen Kirche Düren-Nord und dem Freiwilligenzentrum.

Sie werden gebraucht

Die Katholische Arbeitnehmer Bewegung um Elisabeth Brack formt den Rahmen. Sie betreut schon einige Projekte dieser Art im Raum Mönchengladbach, erstellt Flyer, die, zugeschnitten auf die AFG, die Schüler informieren, aber auch mögliche Paten anwerben sollen. Denn diese werden gebraucht an der AFG – und zwar dringend.

Vor allem weibliche. „Jeder ab 25 Jahren kann sich bewerben“, so Brack. Die Aufgaben dieser Paten sind vielfältig, „doch“, betont Brack, „Paten sind kein Ersatz für Lehrer, Pädagogen oder Eltern.“ Vielmehr sollen sie eine Bindung zu dem Schüler aufbauen, Vertrauen schaffen, um mit ihm die Zukunft zu planen. Dazu gehört, Bewerbungsgespräche zu simulieren. Stärken, Schwächen ausfindig machen, auch Betriebe.

Mindestens einmal pro Monat

„Ein bis zwei Jahre sollten die Paten die Schüler schon begleiten und mindestens einmal im Monat treffen, damit man sich austauschen kann“, erklärt Brack. Das Ziel aber ist klar: „Am Ende soll der Ausbildungsvertrag stehen“, unterstreicht Elisabeth Brack das Konzept. Ein Konzept, bei dem die Ausbildungspaten auch viel selbst mitgestalten, eigene Ideen einfließen lassen dürfen. Nach den Sommerferien soll der Startschuss fallen, bis dahin können sich Interessenten unverbindlich melden. Schüler will man an der AFG durch Direktkontakt mit ehemaligen „Patenkindern“ gewinnen. Dann, so ist es geplant, gibt es eine Kennlernrunde. Denn die Paten müssen zu den Schülern passen und sich mit ihnen verstehen. Elisabeth Brack hält für den Moment fest: „Ich weiß nicht, in welche Richtung das hier gehen wird.“

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