Düren - Schüler beschäftigen sich in Projektwoche mit Flüchtlingsthema

Schüler beschäftigen sich in Projektwoche mit Flüchtlingsthema

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Schüler sowie deutsche und französische Lehrer stellten sich nach dem intensiven Gespräch mit Bürgermeister Paul Larue vor dem Rathaus zum Gruppenfoto auf.

Düren. Ein Projekt, das vielen Schülern wohl in Erinnerung bleibt, haben das Dürener Burgau-Gymnasium und das Lycée Angellier aus Dünkirchen begonnen. Angesichts des gesellschaftlich in Deutschland und Frankreich gleichermaßen hochaktuellen Flüchtlingsthemas setzten sie sich eine Woche lang intensiv mit der Problematik auseinander unter der Überschrift „Geben wir den Zahlen ein Gesicht“.

Bei einem Empfang im Sitzungssaal des Dürener Rathauses berichteten die 15 französischen und 16 deutschen Schüler Bürgermeister Paul Larue (CDU), was sie in der Projektwoche erlebt hatten.

Die Kurssprecherinnen Anna und Antonia fassten zusammen, dass das Thema von den Schülern in sieben Gruppen bearbeitet wird, dass sie ein Filmprojekt mit Flüchtlingen aus einer Aachener Hauptschule erlebt haben und eine Führung durch das Römisch-Germanische Museum in Köln im Fokus hatte, wie die Römer Menschen anderer Kulturen integriert haben.

Ein junger afghanischer Migrant sprach mit der Projektgruppe über seine Flucht und seine Aufnahme in Düren. „Es war sehr bewegend“, sagten die Kurssprecherinnen. „Wir haben dadurch einen tieferen Einblick bekommen.“ Der Jugendliche hatte einen Satz gesagt, der die nahezu gleichaltrigen Schüler aus Deutschland sehr betroffen gemacht hat: „Niemand will Flüchtling sein!“

„Deshalb legen wir so großen Wert auf diese gesellschaftlichen Themen. Dazu gehört, dass man Fakten und Zahlen, aber auch die Gesichter dahinter kennt“, brachte Martina Mäsch-Donike, Lehrerin am Burgau-Gymnasium, das Projektanliegen auf den Punkt.

Die gut vorbereitete Gruppe hatte eine Menge Fragen an den Bürgermeister mitgebracht, die dieser umfassend beantwortete. Er erzählte den Jugendlichen, dass inzwischen Menschen aus 137 Nationen in Düren zusammenleben und die Rurstadt damit zu einem Mikrokosmos machen. Gute Erfahrungen habe man in Düren damit gemacht, die Flüchtlinge dezentral auf die Stadtteile verteilt unterzubringen und die Bevölkerung vorher einzubeziehen und zu informieren. „Es ist ein Problem, dass es in der Europäischen Union keine einheitliche Linie im Umgang mit den Flüchtlingen gibt“, sagte Paul Larue.

Vor der Rückreise der französischen Schüler stand noch eine intensive Diskussion auf dem Programm mit Nurullah Celik, dem Vorsitzenden des Integrationsrates, und Ina Ruick, die bei der Stadt für Integration zuständig ist. Sie hat das Projekt mit Martina Mäsch-Donike vorbereitet. Auf französischer Seite begleiteten Thierry Vanoorenberghe und Claire Stievenard das Projekt, das im April mit einem Gegenbesuch in Dünkirchen fortgesetzt wird.

„Wir überlegen, ob wir unsere Kooperation ausweiten. Die Jugendlichen sind sprachlich bereits so souverän und interkulturell so kompetent, dass wir uns ein weiteres Projekt vorstellen könnten“, ist das Fazit der drei Lehrer.

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