Schönes Fest zum 1150-jährigen Bestehen von Hergarten

Von: Gudrun Klinkhammer
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1150 Jahre ist Hergarten alt, am Samstagmittag versammelten sich die Bürger zu einer Gedenksteinenthüllung. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Der zehnjährige Leon Hensch half Timo Müller am Schmiedestand. Foto: gukl

Hergarten. Mit viel Liebe putzten die Hergartener in den vergangenen Wochen ihren Ort heraus. Sie kehrten, räumten auf und schmückten, was das Zeug hielt. Schließlich feierte die Ansiedlung am Wochenende ihr 1150-jähriges Bestehen.

Aus genau diesem Grund erstrahlte das Dorf, zu dem auch die Häuser in Düttling und der Gutshof Walbig gehören, in festlichem Glanz. Fahnen schmückten die Straßen, und seit Samstag besitzt „Herigarda“, wie der Name 864 in einer Tauschurkunde des fränkischen Herrschers Lothar II. lautete, sogar einen neuen Gedenkstein. An diesem Stein in der Ortsmitte versammelte sich die Festgemeinschaft zum Auftakt der Feierlichkeiten. Der Musikverein Hergarten unter der Leitung von Andreas Wilden gab der Zeremonie den musikalischen Rahmen. Theo Lauterbach, neben Hans-Paul Kruppert, Kai Kruppert und Melanie Beulen einer der Hauptinitiatoren des Festes, gab Informationen zum Stein weiter. „Vor vier Jahren, als wir mit den Planungen begannen, kam zum ersten Mal die Idee auf, dieses Fest mit einem Gedenkstein auszuzeichnen“, erzählte der Chronist. Der Gedenkstein sei allerdings nicht in irgendeinem Steinbruch geschlagen worden, sondern er stamme aus dem Wald, der unmittelbar an Hergarten grenzt. Theo Lauterbach berichtete weiter: „Dieser Stein lag versteckt am Rand des ehemaligen Sportplatzes und wurde vermutlich bei Baggerarbeiten in den 1950er Jahren aus der Erde hervorgehoben. Durch einen Insidertipp haben wir davon erfahren.“

Mit Hilfe eines großen Radladers bugsierten die Verantwortlichen den Findling kürzlich aus dem Wald heraus und stellten ihn gemeinsam mit den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs an seinem jetzigen Standort auf.

Theo Lauterbach unterstrich: „Dieser Stein, der aus der Urzeit der Erdgeschichte stammt, hat seit Jahrtausenden hier im Wald gelegen und vermutlich die erste Besiedlung unseres Dorfes miterlebt. Er weiß, wo die ersten Häuser standen und der damalige Mittelpunkt der Besiedlung war. Er hat tausende Krieger, Soldaten und Leute wie Du und ich der unterschiedlichen Kulturen erlebt.“ Der Heimbacher Pfarrer Kurt Wecker segnete das Relikt aus alter Zeit ein mit den Worten: „Der Stein soll kein Mahnmal des Schreckens sein, sondern ein Zeichen für eine große und friedliche Zukunft.“

Glückwünsche vom Bürgermeister

Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer zählte zu den Gratulanten, auch er hielt eine Ansprache. Hergarten mit seinen nun 1150 Jahren gilt als einer der ältesten Orte der Eifel. Schon die Römer wussten die Lage an der Straße Reims-Zülpich-Köln zu schätzen und legten dort eine militärische Lagerstätte, einen „Heer-Garten“, an. Durch die Einrichtung des Nationalpark Gästehauses und die Wildnis-Werkstatt in Düttling hat in den vergangenen Jahren die Bedeutung des Tourismus im Ort, in dem aktuell 550 Einwohner leben, deutlich zugenommen. Nach der feierlichen Enthüllung des Steins zog die Dorfbevölkerung zum Festzelt. Dort trafen sich alle ehemaligen Schüler der Volksschule, um sich an alte Zeiten zu erinnern. Am Abend spielte zum Festball die „Sound City Band“ auf. Der Sonntag startete mit einer Messe und einer Kranzniederlegung am Ehrenmal. Entlang der Kermeterstraße und der Kapellenstraße fand anschließend ein Handwerkermarkt mit Kinderbelustigung statt.

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