Schnäppchenjäger kommen auf ihre Kosten

Von: Jörg Abels
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Stöbern, feilschen, kaufen: Der 39. Dürener Trödelmarkt lockte am Wochenende wieder zehntausende Schnäppchenjäger in die City. Foto: Abels

Düren. „Oma, Oma, wir haben den Fahrradsitz endlich verkauft!” Die kleine Melissa freute sich wie ein Schneekönig über die nächsten fünf Euro in ihrer Trödelkasse. Da wusste die Sechsjährige aber noch nicht, was wenige Sekunden später noch Tolles passieren sollte.

Mit der Spitze des Dürener Schaustellerverbandes näherte sich beim Eröffnungsrundgang des 39. Dürener Trödelmarktes Bürgermeister Paul Larue ihrem Stand. Kurz verständigten sich Schaustellerchef Bert Cremer, sein Vize Udo Lausberg, Kassiererin Roswitha Breuer und Paul Larue per Kopfnicken und die Kindertrödelkönigin war gefunden.

Melissa konnte ihr Glück kaum fassen, als der Bürgermeister ihr die handschriftlich signierte Urkunde überreichte. „Ich habe eine Urkunde bekommen”, rief das Mädchen und reckte das Papier stolz in die Höhe.

Dass zum Titel auch ein Geldpreis von 50 Euro gehörte, realisierte sie erst ein paar Augenblicke später und packte den großen Schein vorsichtig in ihre Kasse. „Dann können wir ja jetzt aufhören”, sagte Oma Marlene mit einem Schmunzeln. Doch nicht mit Melissa. Jetzt hatte sie erst recht Lunte gerochen.

Wie das junge Mädchen aus Echtz hatten am Wochenende wieder hunderte Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern Kinderzimmer, Keller und Speicher „entrümpelt”.

Nicht nur auf dem Kaiserplatz reihte sich ein prall gefüllter Tapeziertisch an den nächsten. Die kühlen Temperaturen und der bedeckte Himmel am Samstag sorgten nur für ganz wenige Lücken in der im Vorfeld komplett ausbuchten Innenstadt, die bei strahlendem Sonnenschein und in Verbindung mit dem verkaufsoffenen Sonntag schon am Morgen aus allen Nähten platzte.

Ob an den unzähligen Kinder- und Familienständen oder bei den über 60 professionellen Händlern: Überall wurde ausgiebig gestöbert, gefeilscht und natürlich auch gekauft. Angeboten wurde fast alles. Neben altem Spielzeug und nicht mehr passenden Kleidungsstücken jedwede Form von Porzellan und Dekoartikeln, Schallplatten, Keramiken, Bilder und Bücher, Münzen, Kaffeemühlen, antike Möbel und vieles mehr.

Der Dürener Fred Oepen, der seit über 20 Jahren Stammgast auf dem Trödelmarkt teilnimmt, hatte diesmal vor allem Porzellan im Angebot, aber auch kleine Gebetbücher, wie sie Ende des 19. Jahrhunderts bei Firmungen gebraucht wurden.

„Die meisten habe ich in Tschechien erstanden”, verriet Oepen, der mit seinem Angebot die Organisatoren einmal mehr überzeugte, zum dritten Mal zum Trödelkönig gekürt wurde und sich jetzt „Kaiser” nennen darf.

Am Nachmittag zog Bert Cremer ein positives Fazit des Martktes. „Die Stadt ist voll. Überall wird gekauft.” Und damit noch nicht genug. Ein Großteil der professionellen Trödler öffnet auch am heutigen Montag noch einmal die Stände. Von 10 bis 20 Uhr laden auch die 22 Schausteller noch einmal in die Innenstadt ein.
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