Schmidt: Ausblicke auf märchenhafte Landschaft

Von: Gudrun Klinkhammer
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Der Blick von der „Schönen Aussicht“ auf Rursee und Kermeter: Dem Wanderer bieten sich imposante Ausblicke. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Rund um Schmidt immer der roten Linie nach. Foto: Eifelverein/Grafik: Claßen/Zva Foto: Eifelverein/Grafik: Claßen/Zva

Schmidt. Der Ort Schmidt liegt exponiert und für die Rureifel mit 452 Meter über dem Meeresspiegel schon beachtlich hoch. Die Wellness-Runde, die die Eifelvereins Ortsgruppe Schmidt empfiehlt, zeichnet sich aus, weil sie fantastische Ausblicke auf eine märchenhaft schöne Landschaft erlaubt.

Auf dem Hinweg bestimmen Burg Nideggen und das Dürener Land die Kulisse, auf dem Rückweg ist es der Rursee. Hinzu kommen Straßennamen und Bauwerke, die auf eine Vergangenheit voller Geschichten und Geschichte hinweisen. Die Kirche in Schmidt, Start und Ziel der Runde, ist dem Heiligen Hubertus gewidmet, also dem Schutzpatron von Eifel und Ardennen.

Genannt wird das Gotteshaus allerdings nur „St. Mokka“. Der Grund: Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche total zerstört. Der damalige Pfarrer, Josef Bayer, wusste, dass seine Schäfchen viel Geld mit Kaffeeschmuggel verdienten. Der Pfarrer predigte, dass er nicht wisse, wie er den Wiederaufbau der Kirche finanzieren könne. Und siehe da: Der Klingelbeutel füllte sich mit Münzen und Scheinen, die Kaffeeschmuggler spendeten und zeigten ein großes Herz.

St. Mokka

Die Bevölkerung gab ihrer Kirche daher irgendwann den Spitzname „St. Mokka“, benannt nach einer belgischen Kaffeemarke. Die Burg Nideggen, eine mittelalterliche Höhenburg, wurde zwischen 1170 und 1190 von den Jülicher Grafen gebaut. Das Gemäuer erlebte ein Auf und Ab, wurde gebaut, erweitert und wieder zerstört. 1902 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen und die Burg zum Teil als Heimatmuseum genutzt.

Nach der erneuten Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg ab 1949 teilweise und der Bergfried ab Mitte der 1950er Jahre vollständig wieder hergerichtet. Seit 1979 ist im Bergfried das Burgenmuseum zu finden. Inzwischen gehört die Burg Nideggen dem Kreis Düren.

Einmalig schön ist auch der Blick von der „Schönen Aussicht“ beziehungsweise der Hubertushöhe an der Simonsley auf den Rursee. Bei dem in den 1930er Jahren künstlich angelegten See handelt es sich um die volumenmäßig zweitgrößte Talsperre Deutschlands. Der Stausee wird zur Stromerzeugung genutzt ebenso wie als Trinkwasservorratsspeicher uns als Wassersportgebiet.

Im Berg unter der „Schönen Aussicht“ wurde im 18. und 19. Jahrhundert nach Eisenerz gegraben. Die Schmidter Bergleute brachten ihr geschürftes Gut nach Simonskall, später nach Zweifallshammer. Noch immer gibt es Flur- und Straßennamen, die auf diese Historie hinweisen.

„Op ene Klappere“

Unterhalb von Froitscheidt beispielsweise gibt es die Flur, die viele Leute „Op ene Klappere“ nannten. Denn an dieser Stelle bewegten sich früher Fuhrleute mit ihren Wagen und Pferden, die damals allerdings noch keine Bremsvorrichtung hatten. Doch die Menschen damals wussten sich zu helfen. Sie nahmen einen starken Holzknüppel und schlugen diesen bei Bedarf in die Radspeichen, so dass die Geschwindigkeit verringert wurde. Das auf diese Weise hervorgerufene Geklapper war weit über das Tal hinweg zu hören.

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