Düren - Schmaler Grat zwischen sanfter und wilder Musik

Schmaler Grat zwischen sanfter und wilder Musik

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Ein Soloprogramm mit Notebook
Ein Soloprogramm mit Notebook und vollem Körpereinsatz: Pianistin Ulrike Haage bei ihrem Konzert in Düren. Foto: Pütz

Düren. „Jeder von uns hat seine eigene Geschichte, die erinnert werden will und sich behaupten muss. Dafür will ich Räume öffnen, platzschaffen, den Horizont freilegen”, sagt die Berliner Pianistin, Klangkünstlerin, Komponistin und Hörspielautorin Ulrike Haage über sich und ihre Musik.

Auf eine Stilrichtung festlegen will sie sich dabei nicht: Haage, die als Keyboarderin der ersten deutschen Frauenbigband „Reichlich Weiblich” und als Mitglied der deutschen Pop-/Rockband „Rainbirds” bekannt wurde, erhielt 2003 als erste weibliche und jüngste Preisträgerin den Deutschen Jazzpreis für „ihre Arbeit an der Schnittstelle von Pop, Kunst und Avantgarde”.

Am Samstagabend war die Musikerin zu Gast in der Fabrik für Kultur und Stadtteil Düren-Ost und hat ihr drittes Soloalbum „in:finitum” vorgestellt, das Anfang des Jahres veröffentlicht wurde. „Seit über zwei Jahren stehen wir im Kontakt mit ihrem Management und versuchen, einen Termin für ein Konzert zu finden”, erzählte Thomas Busch, Geschäftsführender Vorstand der Fabrik für Kultur und Stadtteil. Da die Pianistin normalerweise eher in Großstädten auftrete, sei man gespannt gewesen, wie ihr Programm vom Dürener Publikum angenommen werden würde.

„Wir freuen uns auf jeden Fall sehr über die Zusage, denn Ulrike Haages Musik ist schon etwas Besonderes”, betonte Busch. Davon konnte sich auch das Publikum überzeugen: Unterstützt von Sounds und Samples, die die Musikerin per Notebook einspielte, überzeugte sie nicht nur mit ihrer Solovorstellung am Bösendorfer Flügel, sondern überraschte vor allem mit unkonventionellen Klangexperimenten. So nutzte Haage den Korpus des Flügels als Percussions, um ihrem Spiel einen rhythmischen Klang zu geben und ein afrikanisches Flair zu erzeugen.

Dass sich die Pianistin plötzlich auf den Klavierschemel kniete und mit einer langen Kette auf die Hämmerchen im Inneren des Instruments schlug, wirkte auf die Zuschauer zunächst verstörend, hatte aber ein erstaunlich orientalisch anmutendes Klangergebnis zur Folge. Zwischen sanften und wilden Melodien schwankend, faszinierte an Haages Spiel vor allem die Gratwanderung zwischen Improvisation und Komposition, der sich der Zuhörer selbst oft gar nicht richtig bewusst war. Das Publikum belohnte die Vorstellung der Musikerin mit viel Applaus.
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