Nörvenich - Schlosskonzert: Eine Abenteuerreise, die Musik heißt

Schlosskonzert: Eine Abenteuerreise, die Musik heißt

Von: Bruno Elberfeld
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Die Junge Philharmonie Köln b
Die Junge Philharmonie Köln begeisterte wieder einmal ihr Publikum auf Schloss Nörvenich mit Können und Musikalität. Foto: Elberfeld

Nörvenich. Ein Ohrenschmaus auf Schloss Nörvenich: Die Junge Philharmonie Köln war zum fünften Mal zu Gast und nahm die Musikfreunde bei dieser Matinee mit auf eine Abenteuerreise, die Musik heißt.

Antonio Vivaldis Ouvertüre aus der Sinfonia zur Oper „LOlimpiade” bildete den Auftakt des Konzerts. Rafael Schwarzstein, Manager des achtköpfigen Ensembles und Soloklarinettist bei Franz Liszts Ungarischer Rhapsodie Nr. 2, cis-Moll, neu arrangiert für Streicher und Klarinette, moderierte das Konzert.

Vivaldis Oper Olimpiade untertitelte Schwarzstein mit „Eine Liebesgeschichte”. Frisch, temperamentvoll, mit gefühlvollen Wechseln kam die Ouvertüre daher und stimmte das Publikum auf weitere musikalische Leckerbissen wie Johann Sebastian Bachs Violinkonzert E-Dur, BWV 1042, ein. Solist an der Violine war Artur Chermonov, der demonstrierte, wie ein Musiker selbstvergessen in sein Instrument und in sich hineinhorchen kann, wenn er in einem eingespielten Ensemble ein Werk von Bach interpretiert.

Johann Wolfgang von Goethes „Erlkönig” ist im Laufe der Jahrhunderte schon sehr oft vertont worden. Berühmtes Beispiel hierfür ist Franz Schuberts „Erlkönig”, Opus 1.

Komponist Matthias Grimminger, so erklärte Moderator Schwarzstein, hat den Erlkönig für Streicher neu arrangiert. Die Musiker schien es zu freuen. Engagiert und hingebungsvoll nahmen sie die Leute im Saal mit auf den Ritt des Vaters, der sein todkrankes Kind retten will. Dramatik, Angst, das Donnern der Hufe beim Galopp, aufkeimende Hoffnung, letztendlich die Trauer - all dies „erzählten” die Instrumente.

„Arrangieren bereitet Spaß und führt meist zu freudigen Überraschungen”, sagte Rafael Schwarzstein. „So auch bei Liszts Bravourstück „Ungarische Rhapsodie” Nr.2, cis-Moll, ebenfalls von Matthias Grimminger umgeschrieben für Streicher und Klarinette. Schwungvoll, drohend und gewaltig stellten die Instrumente das Stück in den Raum, um dann tänzerisch, ausgelassen und spielerisch die Gefühle der Hörer wieder zu besänftigen. Die jungen Künstler auf der Bühne hatten Freude an diesem Arrangement, zauberte es doch immer wieder ein Lächeln auf ihre Gesichter.

Wohl einer der Höhepunkte des Konzerts war Joseph Haydns Cellokonzert Nr. 1 in C-Dur. Solist Giorgi Kharadze, der trotz seiner jungen Jahre als einer der führenden Cellisten weltweit gehandelt wird, demonstrierte sein virtuoses Können mit unglaublicher Intensität und Empathie. Die „Zigeunerweisen” op. 20 von Pablo de Sarasate, Rafael Schwarzstein umschrieb sie als „Vom-Stuhl-Reißer”, boten dem Violinsolisten Artur Chermonov zum Konzertende noch einmal die Möglichkeit, ungarische Melodien mit brillanter Technik zu Gehör zu bringen.

Schon zum fünften Mal ist es dem Verein „Nörvenicher Schlosskonzerte” und seinem Vorsitzenden Klaus G. Mühlbauer gelungen, die Junge Philharmonie bei einer Matinee zu präsentieren. Mühlbauer versprach eine Fortsetzung.
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