Merode - Schloss Merode: Mittelalter lebt wieder auf

Schloss Merode: Mittelalter lebt wieder auf

Von: Sandra Kinkel
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Auf Schloss Merode waren am Samstag die Ritter in ihren Rüstungen und hoch zu Ross unterwegs. Und wer sich nicht auf dem Pferd durchsetzen konnte, der lieferte sich anschließend eine Keilerei. Foto: Sandra Kinkel
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Mittelalterliche Handwerkskunst konnte in Merode ebenfalls bestaunt werden
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Fotos: Sandra Kinkel

Merode. Plötzlich kommt es zu einer wilden Keilerei. Zwei Männer, genauer gesagt ehrwürdige Ritter, sind mit dem Ergebnis ihres Turniers, das eben zu Ende gegangen ist, nicht zufrieden. Beide wollen unbedingt das blonde Burgfräulein gewinnen – wenn schon nicht zu Pferde, dann eben jetzt mit den Fäusten im staubigen Sand.

Bereits zum zweiten Mal haben am Wochenende im Außengelände von Schloss Merode zünftige Ritterspiele stattgefunden – mit großer Publikumsresonanz und einem abwechslungsreichen Programm. Rund 250 Aktive, also Bauern, Freiherren, Hofdamen, Mägde, Ritter, Grafen, Wikinger, aber auch Handwerker, Hühnerdieb Rotzpuckel und sogar ein Aussätziger, verwandelten das Feld vor dem Schloss in ein echtes Mittelalterlager.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Firma Nobleventum, die auch schon im vergangenen Jahr die Meroder Ritterspiele durchgeführt hat. „Für uns ist das die perfekte Location“, sagt Organisatorin Kirsten Frings. „Wir haben ein echtes Schloss im Hintergrund, die Prinzenfamilie ist sehr nett und stellt und das Gelände zur Verfügung. Für uns sind das optimale Bedingungen.“

Kirsten Frings ist nicht nur die Organisatorin der Ritterspiele von Merode, sie ist auch selbst großer Mittelalter-Fan. „Ich gehöre zu den Freirittern von Monschau und bin sehr oft am Wochenende auf Reisen. Auf Mittelalter-Reisen.“ Schon immer, so die junge Frau, habe sie eine große Affinität zum Mittelalter gehabt. „Und wenn man dann einmal so ein Lager mitgemacht hat, wird man süchtig danach. Man kann einfach nicht anders.“

Auch auf das Publikum scheint das Mittelalter einen großen Reiz auszuüben, Märkte und Ritterspiele wie das in Merode gibt es immer häufiger. Erst vor drei Wochen stand Düren beim Annamarkt ganz im Zeichen von Rittern und Burgfräulein. Kirsten Frings: „Mittelalter und Ritter bedeutet für viele Menschen Abenteuer und Action. Das lieben die Leute.“ Da spielt es für Kirsten Frings auch keine Rolle, dass in Merode genau wie beim Annamarkt die „Ritter des geheimen Rates“ die Ritterkämpfe durchgeführt haben.

„Die Leute kommen doch trotzdem“, sagt Kirsten Frings. „Ich bin mit der Resonanz auf unsere Veranstaltung wirklich sehr zufrieden.“ Beweis dafür waren auch die vielen Freien Ritterschaften, die in Merode ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Frings: „Viele kommen aus der näheren Umgebung, aber es sind auch Mittelaltergruppen aus Osnabrück und sogar aus Ost-Belgien hier.“ Kirsten Frings ist zuversichtlich: „Wir werden auch im kommenden Jahr wieder Ritterspiele in Merode veranstalten.“

Neben den spannenden Kämpfen um das holde Burgfräulein konnten die Menschen in Merode am Wochenende auch alte Handwerkskünste unter die Lupe nehmen. Christoph Westerburg aus Hellenthal zeigte, wie die Menschen anno dazumal gedrechselt haben, und ein Schmied demonstrierte, wie im Mittelalter Speerspitzen hergestellt wurden. „Ich bin großer Mittelalter-Fan“, erklärte Paul Schnitzler (54) seinen Besuch bei den Ritterspielen in Merode. „Ich bin fasziniert davon, wie die Menschen im Mittelalter ohne unsere technischen Errungenschaften tolle Dinge herstellen konnten.“

Markus Schmidt (48) war von der Authentizität der Meroder Ritterspiele angetan. „Natürlich geht es nicht ohne Lautsprecher und Kühlanlage. Aber es wird auf dem offenen Feuer gekocht, die Händler haben Kostüme, die sehr echt aussehen. Das gefällt mir.“

Der kleine Leon (6) fand besonders die Märchen von Fabulix toll. Auch das Holzriesenrad, das mit bloßer Manneskraft angetrieben werden musste, hatte es dem kleinen Jungen angetan. Die Keilerei um die Gunst des feinen Burgfräuleins war übrigens völlig umsonst, die blonde Schönheit wollte keinen der jungen Männer, die sich um sie geprügelt haben. Sie entschied sich für einen Ritter, der sicher gerne ein Gläschen Met genehmigt. Und hatte für diese Entscheidung auch gleich eine passende Begründung parat. „Der schläft wenigstens abends immer gut.“

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