Schloss Burgau: Visuelle Poesie ist auch ein Spiel mit den Worten

Von: heb
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Rolf Lock (3. v.l.) aus Düren ist einer von vielen Künstlern, die bei VISPO ausstellen. Foto: Hendrik Buch

Niederau. „Ehrlich gesagt musste auch ich mich ins Thema visuelle Poesie erst einmal einlesen“, gestand Pit Goertz, künstlerischer Leiter auf Schloss Burgau, bei seiner Einführung in die Ausstellung „VISPO a{hoy“. Den Begriff habe er bisher eher als wissenschaftliches Thema wahrgenommen.

 In seiner Einführung in das Thema wurde aber schnell klar: Das Feld der visuellen Poesie ist genauso geschichtsträchtig wie aktuell. In einem vom Land NRW geförderten Projekt haben sich mehrere regionale Einrichtungen, darunter auch Düren Kultur mit Schloss Burgau, mit dem Thema auseinandergesetzt. Ein Ergebnis dieses Prozesses ist die Wanderausstellung, welche auf dem Schloss in Niederau eröffnet wurde.

Die visuelle Poesie geht bis ins alte Ägypten zurück, prägte aber vor allem die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und ist in Zeiten der digitalen Bilderflut aktuell wie nie. „Wir haben uns hier aber bewusst der Zeit nach 1960 und dem Analogen gewidmet“, erklärte Goertz. Die Werke im Schloss beschäftigen sich mit allen Formen dieser Poesie, die mit Kalligraphie und Typographie spielt und sich generell jeder Form sprachlicher Zeichen bedient.

„Eine Form dieser Poesie ist das Spiel mit Wörtern“, veranschaulicht Goertz. Begriffe wie „Sinti“ würden Assoziationen provozieren, jede Form der Darstellung des Wortes viele Interpretationen eröffnen. Lesbarkeit ist jedoch kein Kriterium für diese Poesie, auch freies Spiel mit fremden Schriftsystemen oder die haptische Blindenschrift werden auf Burgau gezeigt.

In „Glyphen“, „Buchstaben“ und „Phrasen“ unterteilte Goertz die Werke auf dieser Basis – eine Herangehensweise von mehreren. Die Werke stammen von einer Vielzahl an regionalen bis internationalen Künstlern. Mit Rolf Lock – selbst aus Niederau stammend - fand einer auch den Weg zur Eröffnung.

Zum Abschluss seiner Einführung war Goertz schließlich noch eine Klarstellung wichtig: „VISPO hat auch Grenzen, nicht jeder Spruch auf einem T-Shirt ist gleich Poesie.“ Besuchen kann man die Ausstellung bis zum 28. Mai zu den Ausstellungszeiten (Mittwoch und Samstag von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr).

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