Schloss Burgau in Josef Vosens Sinn vollenden

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
Der Entwurf von Helmut Harpers
Der Entwurf von Helmut Harperscheidt sieht eines Glaskubus rechts vom Renaissance-Erker vor, der die lang ersehnte Gastronomie auf der Hauptburg von Schloss Burgau aufnehmen könnte. Foto: Abels

Niederau. „Burgau muss fertig werden.” Das war das letzte große Ziel von Josef Vosen. Noch bei seiner Dankesrede nach der Verleihung der Ehrenbürgerwürde im März dieses Jahres hatte Dürens langjähriger Bürgermeister angekündigt, Klinken putzen zu wollen, um Geld für Burgau zu sammeln. „Das ist eine Aufgabe für ganz Düren”, sagte Vosen damals.

„Und für uns ist es eine Verpflichtung, das Projekt nach seinem plötzlichen Tod vor wenigen Tagen in seinem Sinne weiterzuentwickeln”, betont Helmut Harperscheidt, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, aber auch wie Vosen Vorstandsmitglied im „Verein der Freunde und Förderer von Schloss Burgau”.

Was schwebt dem Verein vor? Da ist zum einen die grundsätzliche Wiederherstellung des Barockgartens mit einer Rekonstruktion der Garteninsel und des Alleen- und Grabensystems, um Burgau als Ganzes zu einer Attraktion für die Bevölkerung zu machen. Vor allem aber soll die Hauptburg wieder eine ständige Gastronomie erhalten - wie vor dem Zweiten Weltkrieg.

Der Gedanke ist nicht neu. Doch alle Versuche der Stadt, in den vergangenen zehn bis zwölf Jahren einen Gastronomen zu finden, scheiterten an den räumlichen Gegebenheiten von Burgau. Küche und Gasträume würden auf der Hauptburg selbst zu weit auseinander liegen, so dass die Wege zu weit wären und mehr Personal benötigt würde. Ein Anbau im rückwärtigen Bereich, der das Problem hätte lösen können, wurde vom Denkmalschutz kategorisch abgelehnt.

Schon Harperscheidts Vorgänger bei der Stadt hatte deshalb in den 90er Jahren die Vision, das einstige Kelterhaus rechts neben dem Renaissance-Erker in massiver Bauweise wiederaufzubauen. Harperscheidt selbst hat aus Aachen ein anderes Konzept übernommen. Ihm schwebt an der gleichen Stelle ein zweistöckiger Glaskubus vor, „in dem sich die anderen Gebäude spiegeln, der den Gästen aber auch das Gefühl gibt, mitten im Grünen zu sitzen”, erklärt Harperscheidt, wohl wissend, dass seine Idee bei Denkmalschützern keine Jubelschreie auslöst. Größter Kritikpunkt: Der Blick auf die Hauptburg und den Renaissance-Erker würde eingeengt. Für Harperscheidt ist dies allerdings wenig überzeugend. Die Tatsache, dass früher an der Stelle ja bereits das Kelterhaus stand, belegt aus seiner Sicht, dass ein Anbau „historisch vertretbar” wäre.

Harperscheidt schwebt vor, den Glaskubus im Obergeschoss über eine Treppe direkt neben dem Erker mit der Hauptburg zu verbinden. So könnten auch das Erkerzimmer und die übrigen Räume für eine Themengastronomie genutzt werden, für Empfänge und Hochzeiten. Auch eine Außengastronomie mit Zugang aus Richtung Burgauer Wald über die neu gebaute Brücke könnte die Attraktivität weiter erhöhen, ist Harperscheidt überzeugt und sagt schmunzelnd: „Die alte Tanzfläche aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg ist im Garten noch vorhanden.” Das bereits in der Vorburg vorhandene Café könnte integriert werden, ein Gastronom auch die dortigen Räume und den Winkelsaal mit bewirtschaften.

Natürlich hat der Traum vom Glaskubus - sollten sich die Denkmalschützer überzeugen lassen - seinen Preis. Der Fachmann kalkuliert vorsichtig mit 1,4 Millionen Euro. Geld, das die Stadt Düren allein nicht aufbringen kann. Das notwendige Klinkenputzen bei Land, Bund oder EU, bei Stiftungen und Privatleuten müssen nach Vosens Tod jetzt andere übernehmen.

Schon am kommenden Wochenende will der Verein der Freunde und Förderer von Schloss Burgau beim Stadtfest auf sich aufmerksam machen. Denn, und das steht für Harperscheidt und seine Vorstandskollegen fest: „Das Projekt darf einfach nicht mit der Galionsfigur sterben.” Wenn alles gut läuft, könnte das Projekt in vier bis fünf Jahren verwirklicht werden.

Kontaktdaten des Vereins und Spendenkonto

Ansprechpartner beim „Verein der Freunde und Förderer von Schloss Burgau in Düren” ist Willi Müller, 02421/52814, E-Mail: wmueller.dn@gmail.com. Die Mitgliedschaft im Verein ist nicht an einen Beitrag gebunden.

Bei der Sparkasse Düren (BLZ: 395 501 10) hat der Verein ein Spendenkonto eingerichtet: 1200 562 856.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert