Schloss Burgau: Faszinierender Abend über zwei Stile

Von: Marie Hanrath
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Das Zusammenspiel der Musiker zeigte eindrucksvoll, wie sich französische und italienische Einflüsse in der Musik widerspiegeln. Foto: M. Hanrath

Düren. Beeindruckt war das Publikum vom Konzert in Schloss Burgau, initiiert von der Cappella Villa Duria: „Wie Corelli in den Himmel kam und was dann geschah“ lauete der Titel. Das Ensemble „Stilart“ präsentierte Werke von Arcangelo Corelli, Louis Couperin, Jean-Marie Leclair l’Aine und Georg Philipp Telemann und die um 1700 rivalisierenden Musikstile.

Mit Präzision brillierte das auf „Alte Musik“ spezialisierte Ensemble mit Florian Deuter (Violine), Darja Großheide (Traversflöte), Elisabeth Wand (Violoncello), Stefan Horz (Cembalo) und Klaus Mader (Chitarrone und Laute) und ließ die Eleganz der Barockmusik in einem großartigen Zusammenspiel erklingen.

Großartige Lebendigkeit

Florian Deuter, der bereits auf eine internationale Karriere blicken kann, versetzte das Publikum mit feinem und führendem Ausdruck zurück an den Hof des Sonnenköngis Ludwig XIV.. Darja Großheide ließ mit der Traversflöte als zweitem Melodieinstrument eine großartige Lebendigkeit entstehen, welche die Farbigkeit der Alten Musik unterstrich. Stefan Horz am Cembalo zeigte sich als Könner im Generalbassspiel, solistisch interpretierte er die „Passacaille en Ut majeur“ mit viel Einfühlungsvermögen.

Einen markanten Aspekt der Musik auf historischen Instrumenten brachte Klaus Mader an der Chitarrone. Interessant war auch der zweite Teil des Konzertes. Hier wurde der Streit in der Musik noch einmal klar: Auf der einen Seite die französischen „Lullisten“, die sich auf Jean-Baptiste Lully beriefen und auf der anderen Seite die Vertreter des italienischen Stils.

Programmatisch komponierte der Franzose Francois Couperin in seinen Apotheosen humorvoll ein Treffen von Lully und Corelli auf dem Parnass. Moderator Klaus Kenke beschrieb, wie der Streit gelöst wurde. Mit der „Première Suite“ von Telemann, in der beide Stile zum perfekten Ganzen werden, ging ein faszinierender Abend zu Ende. Die Zugabe brachte die Hingabe des Ensembles für Alte Musik grandios zum Ausdruck.

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