Schloss Burgau: Die Barocke Garteninsel nimmt Konturen an

Von: Burkhard Giesen
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Friedrich Nepomuck (l.), Martina Köhler und Willi Müller hoffen, dass die Neugestaltung der barocken Garteninsel von Schloss Burgau im kommenden Frühjahr weitestgehend abgeschlossen sein wird. Unter der Brücke, auf der sie stehen, würde dann wieder Wasser fließen, es gäbe eine kleine Streuobstwiese und ein erneuertes Wegenetz. Foto: Burkhard Giesen
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Die Pläne zur Wiederherstellung der barocken Garteninsel von Schloss Burgau werden konkreter. Nach den Rodungsarbeiten sollen die Arbeiten im November beginnen. Foto: Burkhard Gießen
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Im ersten Schritt soll die barocke Garteninsel von Schloss Burgau mit dem Wegekreuz und dem Wassergraben wiederhergestellt werden. Die rot eingezeichneten Bäume wurden bereits gerodet, neue werden noch angepflanzt. Die Wiederherstellung der südlichen Garteninsel könnte der nächste Schritt sein. Foto: Stadt Düren

Niederau. Ein paar Träume dürfen die Mitglieder des Vereins „Freunde und Förderer von Schloss Burgau“ durchaus haben, immerhin wäre das Schloss nicht das Schmuckstück, das es heute ist, hätten nicht vor Jahrzehnten Niederauer Bürger den Wiederaufbau selbst in die Hand genommen.

Einer der Träume: „Wir wünschen uns natürlich eine Gastronomie auf der Hauptburg“, sagt Vereinsvorsitzender Willi Müller. Ein anderer Traum: Die südliche Garteninsel von Schloss Burgau soll als Obstwiese wieder hergerichtet werden.

Weil der Verein aber eben nicht nur eine Ansammlung von Träumern ist, wird jetzt schon umgesetzt, was realistisch und bezahlbar ist. So haben in den letzten Wochen die ersten Arbeiten für die Wiederherstellung der barocken Garteninsel begonnen. Das Projekt ist ehrgeizig, immerhin gilt es unter anderem, die Gräben, die die Garteninsel umgeben, wieder komplett freizulegen und den ursprünglichen Wassergraben so wieder herzustellen.

Zudem soll das Wegenetz komplett neu in Form eines Kreuzes mit einem Mittelpunkt gestaltet werden. Martina Köhler vom städtischen Amt für Tiefbau und Grünflächen will so den Grundriss der Barockinsel aus dem Jahr 1730 wieder erlebbar machen. Mussten zunächst die alte Grillhütte abgerissen und ein paar Bäume gerodet werden, soll im November mit der Neugestaltung der Wege begonnen werden. „Das Wegekreuz soll dann im Frühjahr fertiggestellt sein“, sagt Martina Köhler.

Parallel wird damit begonnen, die Gräfte, also die Gräben der Schlossanlage, wieder freizulegen. Willi Müller: „Wir haben dazu auch RWE Power mit ins Boot geholt, die eine Leitung gelegt haben, damit der Graben später wieder mit Wasser befüllt werden kann.“

Kein englischer Rasen

„Auch wenn wir die barocke Garteninsel wieder herstellen wollen, darf man sich das nicht so lieblich vorstellen, wie man das von Bildern bekannter Barockschlösser kennt. Es wird zum Beispiel auch keinen englischen Rasen geben“, erklärt Martina Köhler. Wichtiger sind da die Bewässerung und der Grundriss – und der Blick auf die Schlossanlage. Dafür müssen vermutlich noch ein, zwei Bäume fallen, das Unterholz ausgedünnt werden. „Das machen wir natürlich mit Augenmaß, zumal alle Arbeiten mit der Unteren Landschaftsbehörde und dem Denkmalschutz abgestimmt sind“, erklärt Martina Köhler.

Das ist mit ein Grund, warum die Vorbereitung dieser Maßnahme relativ viel Zeit gekostet hat, immerhin hatte schon vor genau einem Jahr Harry K. Voigtsberger als Präsident der NRW-Stiftung einen Förderscheck über 115.000 Euro für diese Maßnahme überreicht. Weitere 106.000 Euro stellt die Stadt Düren bereit, 14.000 Euro bringt der Förderverein selbst auf und 5000 Euro kommen von der Sparkasse Düren.

Müller hofft, dass diese Gelder reichen. Schließlich sollen noch Obstbäume angepflanzt, die umlaufende Weißdornhecke als Einfassung des Gartens ergänzt, die Rasenfläche überarbeitet und im Bereich der Bastionen weitere Hainbuchen angepflanzt werden. Auf der südlichen Bastion beispielsweise.

„Hier war mal eine Hainbuchenlaube“, sagt Friedrich Nepomuck vom Förderverein. Die würde man gerne wieder herstellen, verbunden mit einer Sitzgelegenheit. Überhaupt will man mehrere Bänke, die zum Verweilen einladen, auf der dann neugestalteten Insel aufstellen. „Dafür suchen wir aber noch Sponsoren“, sagt Willi Müller, der sich wünschen würde, dass sich einzelne Personen, aber auch Firmen bereit erklären würden, Bänke zu finanzieren.

Kleine Streuobstwiese

Dann könnte man auch den Blick aufs Schloss genießen, in der Mitte des Wegekreuzes ein Blumenbeet betrachten und sich der neu angepflanzten Obstbäume erfreuen. Eine kleine Streuobstwiese soll hier entstehen. „Um Pflege und Schnitt der Obstbäume kümmert sich jetzt schon Franz Rüttgers, der auch für die Biologische Station aktiv ist.

Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Willi Müller, der überlegt, künftig auch Obstbaumschnittkurse anzubieten. Mit Blick auf einen der Träume, auch den südlichen Bereich der Garteninsel in Angriff zu nehmen, ein sinnvoller Gedanke.

Probleme bereitet dem Verein und der Stadt derzeit noch etwas ganz anderes: ein kleiner Falter. Genauer gesagt die Miniermotte, die die Kastanien angreift. Willi Müller: „Einige Kastanien mussten schon gefällt werden. Wir wollen aber unbedingt versuchen, die Kastanienallee zu erhalten.“

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