Schlägerei und versuchter Diebstahl: Vorbestrafter bekommt zehn Monate

Von: hp
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Zehn Monate ohne Bewährung: Ein 28-Jähriger zettelte erst eine Schlägerei an, dann beteiligte er sich an einem versuchten Diebstahl. Symbolbild: dpa

Düren/Langerwehe. Wegen Körperverletzung und versuchten Diebstahls ist ein 28 Jahre alter Mann vor dem Dürener Schöffengericht zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Es ging um eine Schlägerei in Düren und einen misslungenen Diebstahl auf einer Zugfahrt von Köln nach Aachen.

Der Mann, der seit 2015 in Deutschland lebt, ist zunächst am Morgen des 3. April vergangenen Jahres am Wirteltorplatz in Düren an den Falschen geraten.

In einem Hausflur kam es zu einer Auseinandersetzung mit einem jetzt 43-Jährigen. Unstrittig ist, dass beide zu der Zeit angetrunken waren. Die Staatsanwaltschaft hatte den 28-Jährigen unter anderem wegen versuchten Raubes angeklagt, denn im Laufe einer von ihm angezettelten Schlägerei habe er versucht, seinem Gegenüber offenbar Wertgegenstände aus der Jacke abzugreifen.

Nachdem ein hinzu gekommener Zeuge ausgesagt hatte, dass der Angegriffene letztendlich stärker gewesen sei als der Angreifer, war das Gericht nicht mit der für eine Verurteilung notwendigen Sicherheit von der räuberischen Absicht überzeugt. Es beschränkte sich auf die Körperverletzung, die der 28-Jährige ohne Umschweife gestanden hatte.

Rucksack mitgenommen

Ein zweiter Tatvorwurf bezog sich auf eine Tat, die sich knapp drei Wochen später im Regionalzug von Köln nach Aachen ereignet hatte. In Düren waren kurz nach Mitternacht drei Männer in den Zug gestiegen, von denen einer im Vorbeigehen den auf dem Nachbarsitz abgestellten Rucksack eines 33-jährigen Studenten mitgehen ließ.

Der kurz eingenickte Geschädigte wachte jedoch rechtzeitig auf, lief den Tätern hinterher und holte sich sein Eigentum zurück. Über eine Personenbeschreibung konnte die Polizei noch in der Nacht am Bahnhof Eschweiler zwei Tatverdächtige ermitteln. Wenngleich der 28-jährige Angeklagte diesen Vorwurf leugnete, sah das Gericht ihn zumindest als Mittäter. Bei einem Foto-Vergleich in Aachen erkannte der Student die beiden Tatverdächtigen „mit 80-prozentiger Sicherheit“ wieder.

Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Da er wegen diverser Eigentumsdelikte bereits mehrfach in Erscheinung getreten und zudem erst wenige Wochen vor der ersten jetzt in Düren verhandelten Tat in Köln zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden war, wurde die neue Freiheitsstrafe nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt.

So blieb auch der Haftbefehl – der Angeklagte wurde aus der Untersuchungshaft dem Gericht in Düren vorgeführt – aufrechterhalten.

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